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Eine Zeitlupenvorbeifahrt an einem kollabierenden Universum, das in Ihrer Handfläche Platz findet.
Wie schnell kann man in einem Buggy fahren, der vom Flügelschlag eines Schmetterlings gezogen wird? Wie misst man die Geschwindigkeit des Aufwachens aus einem Traum? Solche abstrakten Erkundungen der unerbittlichen Absurdität des zeitgenössischen Lebens bilden diesen Sammelband mit meditativen Vignetten eines der produktivsten und bekanntesten - wenn auch anonymen - neuen Underground-Cartoonisten der gegenwärtigen Generation in Festlandchina.
Jede Geschichte in 20 km/h bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Wortspiel und Poesie und landet irgendwo kurz vor einem Zen-Koan: Man kann sie so oft lesen, wie man will, sie wird sich nie zweimal auf dieselbe Weise lesen. Eine unscheinbare Gestalt erwacht aus einem Fließband identisch gestalteter Gefährte und besteigt ein Ruderboot, das ins Ungewisse fährt. Ein Mann hält den Schlüssel zum Schlaf in der Hand und benutzt ihn, um in seiner Matratze zu verschwinden. Der Mond wird vom Himmel gepflückt und für eine Dose Limonade in einen Automaten gesteckt.
Woshibais minimalistische Darstellungen sind ein verblüffend reizvoller Cocktail aus existenziellem Grauen und stillem Slapstick, der das geistige Auge mit Humor und Anmut gleichermaßen fesselt.