
2016: In Museums, Money, and Politics
(Institutionskritik und Nachschlagewerk zugleich, das die Überschneidung von Politik (in Form von politischen Spenden) und Kunstmuseen dokumentiert.)
Das Buch "Museums, Money and Politics" (2016) untersucht die Überschneidung von Wahlkampfpolitik und privaten, gemeinnützigen Kunstinstitutionen in den Vereinigten Staaten zu einem entscheidenden historischen Zeitpunkt. In einem umfangreichen Werk, das sowohl Institutionskritik als auch Nachschlagewerk ist, dokumentiert die Künstlerin Andrea Fraser die gemeldeten politischen Spenden der Kuratoren von mehr als 125 Kunstmuseen aus allen Bundesstaaten im Wahljahr 2016. Mit einem Wahlkampf, der Angriffe auf gefährdete Bevölkerungsgruppen, die Verunglimpfung der Medien und der "kulturellen Eliten" sowie Aufrufe zur Beschneidung von Bürgerrechten und Freiheiten beinhaltete, veränderten der Wahlzyklus 2016 und seine Folgen die nationale Politik. Es war auch die teuerste Wahl in der amerikanischen Geschichte, mit über 6,4 Milliarden Dollar für Präsidentschafts- und Kongresswahlen zusammen. Mehr als die Hälfte dieses Geldes stammte von nur ein paar hundert Personen, von denen viele auch kulturelle Einrichtungen unterstützen und in deren Vorständen sitzen.
2016 ist wie ein Telefonbuch aufgebaut. Die Beitragsdaten sind alphabetisch nach dem Namen des Spenders geordnet. Mit diesen und anderen Daten, die mehr als 900 Seiten füllen, bietet das Buch eine materielle Darstellung des Umfangs der Schnittstelle zwischen kultureller Philanthropie und Wahlkampffinanzierung in Amerika. Es bietet auch eine einzigartige Quelle für die Erforschung der Politik der Museumswelt. 2016 enthält ein Nachwort von Jamie Stevens, dem ehemaligen Kurator und Programmleiter des CCA Wattis Institute for Contemporary Arts in San Francisco, der die Entwicklung des Buches nachzeichnet; eine Einleitung von Andrea Fraser, die die Verbindungen zwischen kultureller Philanthropie, Wahlkampffinanzierung und Plutokratie erläutert; einen Abschnitt über jedes vertretene Museum sowie einen Abschnitt mit Datenzusammenfassungen und zusätzlichen Daten. Das Buch liefert ein schlagkräftiges Argument dafür, dass die Unterstützung der Künste mehr umfassen muss als Spenden an Museen; sie muss auch die Verteidigung der Werte, sozialen Strukturen und politischen Institutionen einer offenen, toleranten, gerechten und ausgewogenen Gesellschaft beinhalten.
Das Buch wurde gemeinsam von Westreich Wagner Publications, dem CCA Wattis Institute for Contemporary Arts und der MIT Press herausgegeben.