
Emissaries from the Holy Land: The Sephardic Diaspora and the Practice of Pan-Judaism in the Eighteenth Century
Für Juden in allen Teilen der Welt war das Heilige Land schon immer von zentraler Bedeutung. Jahrhundert auf die Probe gestellt, als jüdische Führer in Palästina und ihre Verbündeten in Istanbul rabbinische Abgesandte auf weltweite Spendenmissionen schickten. Von den Küsten des Mittelmeers bis zu den Hafenstädten an der Atlantikküste, von der Karibik bis nach Indien baten diese Abgesandten um Spenden für die Armen in Israels Heimatland.
Abgesandte aus dem Heiligen Land untersucht, wie dieses philanthropische Netzwerk des 18. Jahrhunderts organisiert war und wie Beziehungen des Vertrauens und der Solidarität über große geografische Unterschiede hinweg aufgebaut wurden. Es wird untersucht, wie die Abgesandten und ihre Unterstützer die Beziehung zwischen der jüdischen Diaspora und dem Land Israel verstanden, und es wird gezeigt, wie interkulturelle Begegnungen und konkurrierende Ansprüche auf finanzielle Unterstützung zwischen sephardischen, aschkenasischen und nordafrikanischen Abgesandten und Gemeinden zur Transformation der jüdischen Identität zwischen 1720 und 1820 beitrugen.
Die Solidarität unter den Juden und die zentrale Stellung des Heiligen Landes in der traditionellen jüdischen Gesellschaft werden oft als selbstverständlich vorausgesetzt. Lehmann stellt solche Annahmen in Frage und bietet eine kritische, historische Perspektive auf die Frage, wie Juden in der frühen Neuzeit einander begegneten, wie sie sich zu Jerusalem und dem Land Israel verhielten und wie die frühe Neuzeit die Wahrnehmung der jüdischen Einheit und Solidarität veränderte. Basierend auf originalen Archivrecherchen sowie zahlreichen wenig bekannten und selten untersuchten Quellen bietet Emissaries from the Holy Land eine neue Perspektive auf die frühneuzeitliche jüdische Gesellschaft und Kultur sowie auf die Beziehung zwischen der jüdischen Diaspora und Palästina im 18.