
Abolitionist Politics and the Coming of the Civil War
Vor dem Bürgerkrieg bildeten die Sklavenhalter die mächtigste, am tiefsten verwurzelte und am besten organisierte private Interessengruppe in den Vereinigten Staaten. Die Sklaverei stellte nicht nur die zweitgrößte Kapitalanlage der Volkswirtschaft dar, die nur noch von Investitionen in Immobilien übertroffen wurde, sondern die Garantien für ihren Fortbestand waren in der gesamten US-Verfassung verankert.
Die große Mehrheit der weißen Amerikaner im Norden wie im Süden akzeptierte die Sklaverei, und sklavereifreundliche Präsidenten und Kongressabgeordnete setzten sich konsequent für ihre Interessen ein. In Abolitionist Politics and the Coming of the Civil War erklärt James Brewer Stewart, wie eine kleine Gruppe radikaler Aktivisten, die Abolitionistenbewegung, eine entscheidende Rolle dabei spielte, die amerikanische Politik gegen dieses gewaltige System zu wenden. Er untersucht, welchen Einfluss die Bewegung bei der Entstehung der politischen Krisen hatte, die zum Bürgerkrieg führten, und bewertet, inwieweit eine kleine Zahl eifriger Reformer einen wirklich bedeutenden politischen Unterschied machte, als sie forderten, dass sich ihre Nation ihrem quälendsten moralischen Problem stellen sollte.
Bei diesen Einschätzungen geht Stewart auf eine Reihe spezifischerer Fragen ein: Womit hatten es die Abolitionisten eigentlich zu tun, als sie den Sturz der Sklaverei und der weißen Vorherrschaft anstrebten? Was motivierte und unterstützte sie während ihres langen und schwierigen Kampfes? Welche größeren historischen Zusammenhänge (religiöser, sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und politischer Art) beeinflussten ihre Entscheidungen und bestimmten ihr Verhalten? Welche Rolle spielten außergewöhnliche Führungspersönlichkeiten bei der Gestaltung der Bewegung, und welchen Beitrag leisteten die unangekündigten "Fußsoldaten" der Abolitionisten? Welche Faktoren waren letztlich ausschlaggebend für den Einfluss der Abolitionisten auf die amerikanische Politik und die Verwirklichung ihrer gleichheitsorientierten Ziele?