
Odious Praise: Rhetoric, Religion, and Social Thought
Dieses Buch enthüllt eine Denktradition, die in unserer intellektuellen Geschichte übersehen wurde, aber auch heute noch von großem Einfluss ist: die Tradition des abscheulichen Lobes. Im Unterschied zu konventionelleren rhetorischen Übungen wie der Panegyrik oder der Leichenrede nutzt das abscheuliche Lob den Lobpreis, um zu tadeln oder zu kritisieren. In diesem Buch wird das Genre der Lob- und Tadel-Rhetorik neu bewertet, indem das Potenzial des abscheulichen Lobes untersucht wird, den Konsens zu untergraben und die normativen Werte einer Gesellschaft in Frage zu stellen.
Eric MacPhail untersucht die Literatur von der griechischen Antike bis zur europäischen Renaissance und stellt eine Tradition der epideiktischen Rhetorik fest, die mit den Sophisten begann, aber von den politischen Denkern der Renaissance am intensivsten gepflegt und eingesetzt wurde. Anhand von Beispielen aus den Schriften von Lorenzo Valla, Niccol Machiavelli, Desiderius Erasmus, Michel de Montaigne, Joachim du Bellay und Jean Bodin u.a. zeigt MacPhail, dass kulturelle Werte auf den Kopf gestellt werden, indem man einem tadelnswerten Objekt einen positiven Wert zuschreibt. MacPhail geht der Verwendung dieser Technik nach, um die Werte der klassischen und scholastischen Tradition zu kritisieren. MacPhail argumentiert, dass das Erkennen und die Auseinandersetzung mit dieser Tradition unser Studium der Geschichte des sozialen Denkens neu beleben und die Wurzeln der modernen Sozialwissenschaft weiter aufdecken kann.
Rigoros und klar präsentiert Odious Praise eine Rhetorik, die in der Lage ist, die Werte einer Kultur außer Kraft zu setzen und damit zu kritisieren, und deckt dabei die ersten ernsthaften Versuche eines sozialen Denkens und die Keimzelle der modernen Sozialwissenschaft auf. Es wird von Wissenschaftlern der Literatur und Kultur der Renaissance, der Geschichte der Rhetorik und des politischen Denkens begrüßt werden.