Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 6 Stimmen.
Farewell to Growth
Die meisten von uns, die im Norden und Westen leben, konsumieren viel zu viel - zu viel Fleisch, zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viel Salz. Es ist wahrscheinlicher, dass wir zu viel Gewicht zunehmen, als dass wir hungern. Wir leben in einer Gesellschaft, die auf einen Absturz zusteuert. Wir wissen, was passiert, aber wir weigern uns, es in vollem Umfang zu berücksichtigen. Vor allem weigern wir uns, den Kern unserer Probleme anzugehen, nämlich die Tatsache, dass unsere Gesellschaften auf einer Wirtschaft beruhen, deren einziges Ziel Wachstum um des Wachstums willen ist.
Serge Latouche argumentiert, dass wir die Idee, dass unsere Gesellschaften auf Wachstum basieren sollten, von Grund auf neu überdenken müssen. Er schlägt eine radikale Alternative vor - eine Gesellschaft des "Ent-Wachstums". Ent-Wachstum ist nicht dasselbe wie negatives Wachstum. Wir sollten von "A-Wachstum" sprechen, in dem Sinne, in dem wir von "A-Theismus" sprechen. Und wir müssen in der Tat einen Glauben oder eine Religion aufgeben - den der Wirtschaft, des Fortschritts und der Entwicklung - und den irrationalen und quasi-idolatrischen Kult des Wachstums um des Wachstums willen ablehnen.
Zwar ist vielen klar, dass das unaufhörliche Streben nach Wachstum mit einem endlichen Planeten unvereinbar ist, aber wir müssen uns erst noch mit den Folgen dieser Tatsache auseinandersetzen - der Notwendigkeit, weniger zu produzieren und weniger zu verbrauchen. Doch wenn wir unseren Kurs nicht ändern, steuern wir auf eine ökologische und menschliche Katastrophe zu. Noch ist Zeit, sich in aller Ruhe ein System vorzustellen, das auf einer anderen Logik beruht, und eine "De-Growth-Gesellschaft" zu planen.