
Downward Causation and the Neurobiology of Free Will
Wie ist der freie Wille angesichts der physikalischen und chemischen Grundlagen der Gehirntätigkeit und der jüngsten neurobiologischen Experimente möglich? Wie kann die Entstehung von Komplexität in hierarchischen Systemen wie dem Gehirn, die auf den unteren Ebenen der physikalischen Interaktionen beruht, zu so etwas wie echtem freien Willen führen? Die Art unseres Verständnisses des freien Willens im Lichte der heutigen Neurowissenschaften gewinnt zunehmend an Bedeutung, zum einen aufgrund der bemerkenswerten Entdeckungen, die Neurowissenschaftler derzeit zu diesem Thema machen, und zum anderen aufgrund seiner entscheidenden Bedeutung für unser Selbstverständnis als Menschen. Ein Schlüssel zum Verständnis, wie der freie Wille in diesem Zusammenhang entstehen kann, ist die Idee der abwärts gerichteten Verursachung in komplexen Systemen, die mit der von unten nach oben gerichteten Verursachung zusammenwirkt und ein integrales Ganzes bildet.
Die abwärts gerichtete Verursachung wird in der Regel vernachlässigt und wird daher im zweiten Teil des Buchtitels hervorgehoben. Das Konzept wird eingehend untersucht, ebenso wie die ethischen und rechtlichen Implikationen unseres Verständnisses des freien Willens. Dieses Buch ist aus einem Workshop hervorgegangen, der im April 2007 in Kalifornien unter der Leitung von Dr.
Christof Koch stattfand.
Ungewöhnlich war die Breite der Teilnehmer: Es waren Physiker, Neurowissenschaftler, Psychiater, Philosophen und Theologen vertreten. Dies ermöglichte es dem Treffen und damit auch dem daraus resultierenden Buch, eine etwas breitere Perspektive auf das Thema zu erhalten, als dies bei akademischen Symposien oft der Fall ist.
Das Buch enthält Beiträge von Sarah-Jayne Blakemore, George F. R. Ellis, Christopher D.
Frith, Mark Hallett, David Hodgson, Owen D. Jones, Alicia Juarrero, J. A.
Scott Kelso, Christof Koch, Hans Kng, Hakwan C. Lau, Dean Mobbs, Nancey Murphy, William Newsome, Timothy O'Connor, Sean A..
Spence, und Evan Thompson.