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African Soccerscapes: How a Continent Changed the World's Game
Von Accra und Algier bis Sansibar und Zululand haben die Afrikaner den Europäern die Kontrolle über den Fußball entrissen und durch das Aufkommen verschiedener Spielstile, Zuschauerrituale und die Anwesenheit von Magiern und Heilern den Fußball zu einer unverwechselbaren afrikanischen Aktivität gemacht. African Soccerscapes erforscht, wie Afrikaner den Fußball aus ihren eigenen Gründen und zu ihren eigenen Bedingungen übernahmen.
Fußball war eine seltene Form der "nationalen Kultur" im postkolonialen Afrika, wo Stadien und Klubhäuser zu Arenen wurden, in denen Afrikaner die koloniale Macht herausforderten und ihr Engagement für Rassengleichheit und Selbstbestimmung zum Ausdruck brachten. Neue Nationen trugen im Rahmen ihrer Unabhängigkeitsfeiern Spiele aus und traten dem Weltverband FIFA bei. Die Confdration africaine de football demokratisierte den Weltfußball durch Anti-Apartheid-Sanktionen und erhöhte die Zahl der afrikanischen Mannschaften in den Endrunden der Weltmeisterschaft.
In diesem kompakten, sehr lesenswerten Buch zeigt Alegi, dass die Folge dieses Erfolgs die Abwanderung zahlreicher Spieler zu ausländischen Vereinen und der wachsende Einfluss privater kommerzieller Interessen auf den afrikanischen Fußball ist. Aber auch das Wachstum des Frauenfußballs und die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika stellen die eindimensionale Vorstellung von Afrika als einem rückständigen, "stammesorientierten" Kontinent in Frage, der von Opfern von Krieg, Korruption, Hunger und Krankheiten bevölkert ist.