
African Biblical Studies: Unmasking Embedded Racism and Colonialism in Biblical Studies
Andrew M.
Mbuvi plädiert für die afrikanischen Bibelstudien als eine lebendige und wichtige aufstrebende eigenständige Disziplin und nutzt gleichzeitig ihre postkoloniale Optik, um die Bibelstudien für ihre anhaltenden rassistischen und imperialistisch motivierten Tendenzen zu kritisieren. Mbuvi argumentiert, dass die Entstehung der Bibelwissenschaft als Disziplin im Westen mit der Etablierung des kolonialen Projekts, das auch die Kolonisierung Afrikas umfasste, zusammenfällt und davon profitiert.
Im Mittelpunkt des kolonialen Projekts stand die Bibel, nicht nur, weil sie von Missionaren, die oft rassistische Ansichten vertraten, zur Bekehrung der "Heiden in den fernen Ländern" transportiert wurde, sondern auch als Text, der zur rassistischen Rechtfertigung der kolonialen Gewalt diente. Interpretationsansätze, die innerhalb dieser rassistischen und kolonialistischen Matrizen etabliert wurden, dominieren weiterhin die Disziplin und halten rassifizierte Interpretationsmethoden und -rahmen aufrecht. Aus diesen Gründen argumentiert Mbuvi, dass die anhaltende Marginalisierung nicht-westlicher Ansätze ein Spiegelbild der fortbestehenden kolonialistischen Struktur und Voraussetzungen in der Disziplin der Bibelwissenschaft ist.
African Biblical Studies entlarvt und kritisiert nicht nur diese anhaltenden unterdrückerischen und unterjochenden Tendenzen, sondern zeigt auch, wie afrikanische postkoloniale Methodologien und Studien, die Lesarten aus der Perspektive der Marginalisierten und Unterdrückten in den Vordergrund stellen, einen alternativen Rahmen für die Disziplin bieten. Diese Lesarten destabilisieren und untergraben die überwiegend weißen euro-amerikanischen Ansätze und ihre tief verwurzelten Vorurteile und problematisieren den biblischen Text selbst, indem sie eine Bibelauslegung fordern, die antikolonial und antirassistisch ist.