Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
African Miracle, African Mirage: Transnational Politics and the Paradox of Modernization in Ivory Coast
In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Elfenbeinküste als afrikanisches Wunder angepriesen, als Vorzeigemodell für die Modernisierung und die Entwicklung des Kontinents durch westliche Hilfe und multinationale Unternehmen.
Gleichzeitig bezeichneten marxistische Wissenschaftler - allen voran Samir Amin - die kapitalistischen Aktivitäten in der Elfenbeinküste als leer, unhaltbar und unfähig, das Leben der einfachen Menschen wirklich zu verändern. In gewisser Weise wurde Amins Kritik bestätigt, als die ivorische Wirtschaft in den 1980er Jahren zusammenbrach.
In African Miracle, African Mirage (Afrikanisches Wunder, afrikanische Fata Morgana) verbindet Abou B. Bamba Wirtschaft, Politikwissenschaft und Geschichte zu einer kühnen, transnationalen Studie über die Entwicklungspraktiken und die sich überschneidenden kolonialen Kulturen, die die Elfenbeinküste bis heute prägen. Er betrachtet französische, amerikanische und ivorische Entwicklungsdiskurse und untersucht die Rolle von Wasserkraftprojekten und der Zucker-, Kaffee- und Kakaoindustrie im Aufschwung und Niedergang des Landes.
Dabei rückt er das Handeln der Ivorer selbst in den Vordergrund, wie es in der Entwicklungsgeschichte nicht oft vorkommt. Letztendlich kommt er zu dem Schluss, dass die Mitte der 1970er Jahre festzustellende "Fehlentwicklung" weniger mit den "unzureichend modernen" Bürgern der Elfenbeinküste zu tun hatte als vielmehr mit den widersprüchlichen Missionen französischer und amerikanischer Interessen im Kontext einer sich ständig globalisierenden Welt.