Bewertung:

Das Buch „Afrikas unwürdige Schulden“ erörtert die Problematik der Verschuldung afrikanischer Länder, die oft mit korrupten Führern und internationalen Banken zusammenhängt, die diesen Kreislauf der Ausbeutung ermöglichen. Es beleuchtet das Konzept der „abscheulichen Schulden“, bei denen die Kredite westlicher Banken nicht der Bevölkerung zugute kommen, sondern von Diktatoren abgeschöpft werden. Die Autoren plädieren für die Ablehnung solcher Schulden und betonen die Notwendigkeit einer guten Regierungsführung und Transparenz im internationalen Bankwesen.
Vorteile:Informativ und prägnant, ein überzeugendes Argument für ein Überdenken der Auslandsverschuldung. Hebt wichtige Fragen der wirtschaftlichen Machtpolitik und Korruption hervor. Stellt klare Daten und Tabellen zur Verfügung, um seine Behauptungen zu untermauern. Die Autoren machen wichtige Vorschläge für das Schuldenmanagement und betonen die Notwendigkeit einer guten Regierungsführung. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für das internationale Bankwesen und die Entwicklung interessieren.
Nachteile:Einige Leser empfanden den Inhalt als repetitiv und trocken, was die Lektüre bisweilen ermüdend machte. Schwierige Konzepte sind vielleicht nicht für alle leicht verständlich. Einige Rezensenten erwähnten den hohen Preis des Buches im Verhältnis zu seinem Umfang, und einige fanden den Schreibstil vielleicht zu analytisch.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Africa's Odious Debts: How Foreign Loans and Capital Flight Bled a Continent
In Africa's Odious Debts (Afrikas unliebsame Schulden) zeigen Boyce und Ndikumana die schockierende Tatsache auf, dass der Kontinent entgegen der landläufigen Meinung, Afrika sei ein Abfluss für die finanziellen Ressourcen des Westens, in Wirklichkeit ein Nettogläubiger für den Rest der Welt ist. Das Ausmaß der Kapitalflucht aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist bemerkenswert: mehr als 700 Milliarden Dollar in den letzten vier Jahrzehnten. Doch Afrikas Auslandsvermögen bleibt privat und verborgen, während seine Auslandsschulden öffentlich sind und von den Menschen in Afrika über ihre Regierungen geschuldet werden.
L. Ndikumana und James K. Boyce zeigen die enge Verbindung zwischen Auslandskrediten und Kapitalflucht auf. Von den Geldern, die afrikanische Regierungen in den letzten Jahrzehnten aufgenommen haben, ist mehr als die Hälfte noch im selben Jahr wieder abgeflossen, wobei ein erheblicher Teil davon auf Privatkonten genau der Banken landete, die die Kredite überhaupt erst vergeben haben. In der Zwischenzeit ziehen die Schuldendienstzahlungen weiterhin knappe Ressourcen aus Afrika ab, wodurch die für die öffentliche Gesundheit und andere Bedürfnisse verfügbaren Mittel gekürzt werden. Die Autoren argumentieren kontrovers, dass die afrikanischen Regierungen diese "abscheulichen Schulden", von denen ihre Bevölkerung keinen Nutzen hat, zurücknehmen sollten und dass die internationale Gemeinschaft diese Bemühungen unterstützen sollte.
Ein wichtiges Buch für alle, die sich für Afrika, seine Zukunft und seine Beziehungen zum Westen interessieren.