Bewertung:

Samir Okashas Buch „Agents and Goals in Evolution“ ist eine aufschlussreiche Erforschung der agentenorientierten Sichtweise der Evolution. Er unterscheidet zwischen zwei Arten von agentenorientierten Perspektiven: eine, die „Mutter Natur“ als treibende Kraft sieht, und eine andere, die einzelne Organismen als Agenten hervorhebt, die handeln, um ihre Fitness zu maximieren. Das Buch ist gut geschrieben und geht auf Schlüsselkonzepte ein, darunter Hamiltons integrative Fitness und die Idee der Einheit des Zwecks zwischen den Merkmalen eines Organismus.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und zugänglich
⬤ bietet eine klare Unterscheidung zwischen zwei Arten von Agentenansichten
⬤ bietet tiefe Einblicke in Evolution und Fitness
⬤ erklärt komplexe Konzepte (wie inklusive Fitness) eloquent
⬤ argumentiert überzeugend dafür, Individuen als evolutionäre Agenten zu betrachten.
Setzt möglicherweise Vorkenntnisse in biologischen Konzepten voraus, um die Argumente vollständig zu verstehen; könnte für diejenigen, die mit philosophischen Diskussionen in der Biologie nicht vertraut sind, sehr dicht sein.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Agents and Goals in Evolution
Samir Okasha nähert sich in Agenten und Ziele in der Evolution der Evolutionsbiologie aus einer philosophischen Perspektive und analysiert eine Denkweise in der Biologie, die als agentielles Denken bezeichnet wird. Er untersucht, wie ein evolvierter Organismus im Paradigmenfall wie ein Akteur behandelt wird, der ein Ziel verfolgt, z. B. das Überleben oder die Fortpflanzung, und wie seine phänotypischen Merkmale als Strategien zum Erreichen dieses Ziels oder zur Förderung seiner biologischen Interessen betrachtet werden.
Da das agentielle Denken bewusst eine Reihe von Konzepten - Ziele, Interessen, Strategien - von rationalen menschlichen Akteuren auf die biologische Welt im Allgemeinen überträgt, untersucht Okasha zunächst die Rechtfertigung dafür: Handelt es sich um bloßen Anthropomorphismus, oder spielt es eine echte intellektuelle Rolle in der Wissenschaft? Ausgehend von dieser zentralen Frage werden Schlüsselaspekte erörtert, wie z. B.: Wie können wir das „Ziel“ identifizieren, das evolvierte Organismen durch ihr Verhalten zu erreichen versuchen? Kann agentielles Denken überhaupt auf Gruppen und nicht auf einzelne Organismen angewandt werden? Und wie verhält sich das agentielle Denken zu den Kontroversen über die Fitness-Maximierung in der Evolutionsbiologie?
Darüber hinaus untersucht Okasha die Beziehung zwischen dem Adaptiven und dem Rationalen, indem er überlegt, ob Organismen zu Recht als agentenähnlich behandelt werden können. Sollten wir erwarten, dass ihr entwickeltes Verhalten dem von rationalen Agenten entspricht, wie es in der Theorie der rationalen Wahl kodifiziert ist? Wenn ja, bedeutet dies, dass das Paradigma der Fitnessmaximierung des Evolutionsbiologen direkt auf das Paradigma der Nutzenmaximierung des Theoretikers der rationalen Wahl übertragen werden kann? All diese wichtigen Fragen werden in ansprechender Weise aufgeworfen und ausführlich diskutiert.