
Activism on the Web: Everyday Struggles against Digital Capitalism
Activism on the Web untersucht die alltäglichen Spannungen, mit denen politische Aktivisten konfrontiert sind, wenn sie sich mit der zunehmenden Kommerzialisierung von Web-Technologien auseinandersetzen, und beleuchtet eine wichtige, aber noch nicht ausreichend untersuchte Dimension der Beziehung zwischen zeitgenössischen Formen des sozialen Protests und Internet-Technologien.
Das Buch stützt sich auf anthropologische und ethnografische Untersuchungen dreier sehr unterschiedlicher politischer Gruppen in Großbritannien, Italien und Spanien und argumentiert, dass die alltägliche Internetnutzung der Aktivisten weitgehend durch Aushandlungsprozesse mit dem digitalen Kapitalismus bestimmt wird. Diese Aushandlungsprozesse führen zu einer Reihe von kollektiven Erfahrungen, die durch die Spannung zwischen den demokratischen Bedürfnissen der Aktivisten auf der einen Seite und den durch den digitalen Kapitalismus verstärkten kulturellen Prozessen auf der anderen Seite bestimmt werden. Bei der Betrachtung des Zusammentreffens von aktivistischen Kulturen und digitalem Kapitalismus konzentriert sich das Buch insbesondere auf die Spannungen, die durch egozentrische Kommunikationsprozesse und vernetzten Individualismus, durch die Überwachung durch Unternehmen und Data-Mining sowie durch den Fast-Kapitalismus und die Zeitlichkeit der Unmittelbarkeit entstehen.
Activism on the Web schlägt vor, dass wir, wenn wir verstehen wollen, wie sich neue Technologien auf die politische Beteiligung und demokratische Prozesse auswirken, uns nicht auf Störungen und Neuerungen konzentrieren sollten, sondern stattdessen die komplexe Dialektik zwischen digitalen Diskursen und digitalen Praktiken untersuchen sollten.
Zwischen dem Technischen und dem Sozialen.
Zwischen der politischen Ökonomie des Internets und seiner gelebten Kritik.