
Activism and the Olympics: Dissent at the Games in Vancouver and London
Die Olympischen Spiele haben sich zum wichtigsten Sportereignis der Welt entwickelt. Sie sind gleichzeitig eine Leistungsschau und eine großartige Demonstration der Zusammenarbeit, die globale Kulturen auf Skipisten, Schießständen, Schwimmbädern und Ovalbahnen zusammenbringt. Angesichts ihres Ausmaßes in der modernen Ära sind die Spiele ein nützliches Fenster für ein besseres Verständnis größerer kultureller, sozialer und historischer Prozesse, argumentiert Jules Boykoff, ein akademischer Sozialwissenschaftler, der für das olympische Fußballteam der USA spielte.
In Activism and the Olympics gibt Boykoff einen kritischen Überblick über die olympische Industrie und ihre politischen Gegner in der Neuzeit. Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte des olympischen Aktivismus wendet er sich dem Aktivismus vor Ort zu, und zwar anhand der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver und der Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Hier sehen wir, wie Anti-Olympia-Aktivisten eine Reihe von Ansätzen einsetzen, um die olympische Maschinerie herauszufordern, von direkten Aktionen und der Inbesitznahme des öffentlichen Raums bis hin zu humoristischen und Online-Taktiken. Auf der Grundlage von Primärdaten aus unzähligen persönlichen Interviews mit Aktivisten, Journalisten, Bürgerrechtlern und Olympia-Organisatoren beleuchtet Boykoff die Spiele aus zahlreichen Blickwinkeln und Perspektiven.
Obwohl die modernen olympischen Behörden - selbst in der Zeit des Kalten Krieges - bestrebt waren, unpolitisch zu erscheinen, so Boykoff, waren die Spiele stets Schauplatz heiß umkämpfter politischer Aktionen und konkurrierender Interessen. In den letzten dreißig Jahren, als die Olympischen Spiele zu einem wirtschaftlichen Moloch wurden, riefen sie auch zahlreiche Reaktionen von Gruppen hervor, die versuchten, den Triumphalismus und den Prunk der Veranstaltung in Frage zu stellen. Im 21. Jahrhundert hat der Aktivismus in der ganzen Welt zugenommen, von der Occupy-Bewegung in den Vereinigten Staaten bis zum Arabischen Frühling im Nahen Osten. Was bedeutet diese Zunahme des Dissenses für die Olympia-Aktivisten bei ihren Vorbereitungen auf künftige Spiele?