Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Allied Internment Camps in Occupied Germany: Extrajudicial Detention in the Name of Denazification, 1945-1950
Zwischen 1945 und 1950 wurden etwa 130.000 Deutsche in der sowjetischen Zone des besetzten Deutschlands interniert, unter anderem in ehemaligen Konzentrationslagern der Nazis. Ein Drittel der Inhaftierten starb, was zu Vergleichen mit dem Nazi-Terror führte.
Doch was ist mit den Westzonen, wo die Amerikaner, Briten und Franzosen ebenfalls Hunderttausende von Deutschen ohne Gerichtsverfahren inhaftierten? Diese erste eingehende Studie vergleicht die Internierungen durch alle vier Besatzungsmächte und fragt, wer interniert wurde, wie sie behandelt wurden und wann und warum sie verhaftet und wieder freigelassen wurden. Sie bestätigt die unvergleichlich entsetzlichen Bedingungen und die hohe Sterblichkeitsrate in den sowjetischen Lagern, stellt aber auch in anderer Hinsicht Ähnlichkeiten fest. Andrew H.
Beattie argumentiert, dass die Internierung überall eine inhärent außergerichtliche Maßnahme mit strafenden und präventiven Dimensionen war, die darauf abzielte, den Nazismus auszurotten und ein neues Deutschland zu schaffen. Indem er ihre wahre Natur und ihr Ausmaß erkennt, legt er nahe, dass die Entnazifizierung strenger und zwingender, aber auch differenzierter und komplexer war als bisher angenommen.