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Alpha God: The Psychology of Religious Violence and Oppression
In diesem Buch wird die Evolutionspsychologie als Objektiv zur Erklärung von religiöser Gewalt und Unterdrückung verwendet. Die Autorin, eine klinische Psychologin, untersucht religiöse Schriften, Rituale und Kirchenrecht und zeigt auf, auf welch vielfältige Weise unser evolutionäres Erbe die Entwicklung der Religion geprägt hat und deren Ausdrucksformen nach wie vor tiefgreifend beeinflusst.
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf dem Bild von Gott als dem dominierenden Mann im Judentum, Christentum und Islam. Diese traditionelle Gottesvorstellung wird als Widerspiegelung des Paradigmas des "dominanten Affen" gesehen, das in den hierarchischen Sozialstrukturen der Primaten, mit denen wir genetisch eng verbunden sind, so offensichtlich ist. Der Autor beschreibt die Hauptmerkmale der männlich dominierten sozialen Hierarchien der Primaten - insbesondere die Rolle des Alphamännchens als Beschützer der Gruppe; seine sexuelle Dominanz und die Anwendung von Gewalt und Unterdrückung, um Nahrung, Weibchen und Territorium zu erlangen; Altruismus innerhalb der Gruppe gegenüber Feindseligkeit gegenüber der Außengruppe (wir gegen sie); und das Zeigen von Dominanz und Unterwerfung, um Rollen innerhalb der sozialen Hierarchie festzulegen.
Die Parallelen zwischen diesen Merkmalen der Primatengesellschaft und den religiösen Ritualen und Konzepten des Menschen machen deutlich, dass die Religion, insbesondere ihre unterdrückerischen und gewalttätigen Tendenzen, tief in der evolutionären Vergangenheit verwurzelt ist. Diese prägnante Analyse trägt wesentlich dazu bei, die historische und anhaltende Gewalt zu erklären, die im Namen der Religion ausgeübt wird.