
When Parliaments Ruled the Middle East: Iraq and Syria, 1946-63
Eine grundlegende Studie über die parlamentarische Politik im Nachkriegsirak und in Syrien vor der Konsolidierung der autoritären Herrschaft der Baath-Partei.
When Parliaments Ruled the Middle East untersucht drei miteinander verbundene Hauptthemen, um zu klären, was zwischen 1946 und 1963 im Irak und in Syrien geschah: wie und warum sich in beiden Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg ein parlamentarisches System durchsetzte; welche sozialen Auswirkungen dieses System hatte und wie sich diese Veränderungen wiederum auf das System auswirkten; und schließlich, warum die Eliten in beiden Ländern nicht in der Lage waren, die Unruhen zu überwinden, die sowohl einer liberalen Ära als auch einer bestimmten Art von politischem Spiel ein Ende bereiteten.
Matthieu Rey stützt sich auf eine Vielzahl von Quellen und eine umfangreiche Archivrecherche in französischer, englischer und arabischer Sprache und beleuchtet die Prozesse des parlamentarischen Systems in der Neuzeit, die für Länder nach der Unabhängigkeit und für jedes repräsentative Regime typisch sind. Er befasst sich mit dem Zusammentreffen vielfältiger politischer Phänomene, die zu diesem Zeitpunkt im Irak und in Syrien zu beobachten waren, darunter regelmäßige Wahlen, die Anwendung des Notstandsrechts, die Pressefreiheit, die offene Meinungsäußerung, die Bildung neuer politischer Parteien, häufige Militärputsche und die gemeinsame Machtausübung durch Angehörige der alten Klassen und reformorientierte Neulinge.
Indem er diese Periode weder als Epilog der liberalen Ordnung noch als Vorspiel zum Autoritarismus behandelt und die kontingenten, improvisatorischen Aspekte der politischen Geschichte betont, stellt Rey den Übergangscharakter dieser Periode grundsätzlich in Frage und schlägt so neue Wege und Instrumente zu ihrer Untersuchung vor.