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Ancient Egyptian Statues: Their Many Lives and Deaths
Eine faszinierende, reich bebilderte Studie über die Rolle und Bedeutung antiker Statuen in der ägyptischenGeschichte und im Glauben
Warum sind bei altägyptischen Statuen so oft Nasen, Hände oder Genitalien gebrochen? Obwohl die Spätantike eine der wichtigsten Phasen des Vandalismus gegen heidnische Denkmäler gewesen zu sein scheint, zeugen verschiedene Kontexte von mehreren Phasen der Wiederverwendung, Veränderung oder Verstümmelung von Statuen während und nach der Pharaonenzeit. Die Gründe dafür reichen von dem Wunsch, die Erinnerung an bestimmte Herrscher oder Personen aus ideologischen Gründen zu löschen, über persönliche Rache, Krieg, Grabplünderung und die Vermeidung eines Fluchs bis hin zur einfachen Wiederverwendung von Material für den Bau oder der Notwendigkeit, alte Statuen rituell zu "deaktivieren" und zu vergraben, ohne das zusätzliche Motiv einer ausdrücklichen Feindseligkeit gegenüber dem betreffenden Objekt.
Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und über 100 sorgfältig ausgewählter Abbildungen geht Ancient Egyptian Statues von einer allgemeinen Diskussion über die Herstellung und Bedeutung von Skulpturen und die Mechanismen ihrer Zerstörung aus, um die Rolle der antiken Statuen in der ägyptischen Geschichte und im Glauben zu untersuchen. Anschließend werden die verschiedenen Arten der Beschädigung und ihre Bedeutung sowie die Rolle der Restaurierung und Wiederverwendung untersucht.
Der Kunsthistoriker Simon Connor bietet eine innovative und klar geschriebene Reflexion über den Glauben und die Praktiken in Bezug auf Statuen und Bilder im Allgemeinen im alten Ägypten. Er zeigt, wie Statuen als aktive Manifestationen der Wesenheiten, die sie darstellten, angesehen wurden und auf welche Weise sie viele Leben überdauern konnten, bevor sie schließlich begraben oder vergessen wurden.