
Alternative Politics in Contemporary Japan: New Directions in Social Movements
Moderne soziale Bewegungen dienen häufig als Raum, in dem Anliegen in einem unterstützenden und kollektiven Kontext geäußert werden können, und sind somit ein wichtiger Ort, an dem der Einzelne lernen kann, für sich selbst einzutreten. Mit dem Aufkommen neuer Generationen und der Weiterentwicklung von Technologien wie digitalen Netzwerken haben sich die zeitgenössischen sozialen Bewegungen und der Aktivismus in Japan in den letzten Jahren erheblich gewandelt, mit mehr Flexibilität und weniger Abhängigkeit von Ideologie und institutionellen Grundlagen.
Die neuen Muster bieten dem Einzelnen verschiedene Räume und Möglichkeiten, sich in der „Politik“ zu engagieren, die sich von den traditionellen Rahmenbedingungen und Erwartungen gelöst haben. Dieser Wandel birgt sowohl Vorteile als auch Risiken. In Alternative Politics illustrieren zwölf ethnografische Originalstudien, wie soziale Bewegungen neue Alternativen für Japan im laufenden Jahrhundert schaffen.
Der Begriff „Alternative“ hat eine doppelte Bedeutung. Zum einen bezieht er sich auf Formen des politischen Engagements, die außerhalb der üblichen Politik der politischen Parteien und institutionellen Foren liegen.
Zweitens bezieht er sich auf zeitgenössische Bewegungen, die eine alternative Politik anstreben, die kulturell spezifisch und historisch eingebettet ist, eine Alternative zu den vergangenen Perioden des Aktivismus in Japan in den 1960er und 1970er Jahren, die oft als befleckt charakterisiert wurden und den Rückgang der Aktivitäten sozialer Bewegungen für fast zwei Jahrzehnte verursachten. Die von Slater und Steinhoff verfasste Einleitung stellt den Band in einen historischen, sozialen und methodischen Kontext und analysiert die Hauptmerkmale der neuen sozialen Bewegungen. Jedes Kapitel bietet eine ausführliche Beschreibung einer bestimmten Bewegung, die zwischen 1990 und 2020 aktiv war, und zeigt auf, was die Teilnehmer erreichen wollten, wie sie versuchten, sich von früheren Bewegungen abzugrenzen, und wie sie neue soziale Medien und andere Innovationen zu diesem Zweck nutzten.
Die Berichte bewahren die Unmittelbarkeit der Zeit, in der die Feldforschung durchgeführt wurde, enden aber jeweils mit einem Postskriptum, das die Bewegung auf den neuesten Stand bringt. Das von einer internationalen Gemeinschaft von Japanspezialisten geschriebene Buch Alternative Politics wird Sozialwissenschaftler, die sich für Aktivismus interessieren, und Japanspezialisten in verschiedenen Disziplinen sowie Studenten in einer Vielzahl von Studiengängen ansprechen.