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Old Testament Ethics
In seinem Buch Old Testament Ethics: A Paradigmatic Approach (Ein paradigmatischer Ansatz) versucht der Autor Waldemar Janzen, die Leser von der Vorherrschaft der Geschichte über das Gesetz als ethisches und beispielhaftes Zentrum der Ethik der hebräischen Bibel zu überzeugen. Für Janzen wird dies am besten durch fünf Paradigmen veranschaulicht, die aus einem zentralen und umfassenden Paradigma (dem Familienparadigma, das in Genesis 13 verankert ist und sich hauptsächlich auf die Erhaltung des Lebens, den Besitz von Land und die Idee der Gastfreundschaft bezieht) und vier internen, untergeordneten Paradigmen bestehen, nämlich dem Priesterparadigma (das aus Num.
25), dem Weisheitsparadigma (aus 1Sam. 25), dem Königsparadigma (aus 1Sam 24) und dem Prophetenparadigma (aus 1Kön 21). Nach Dr.
Janzen stellen alle diese fünf Paradigmen zusammengenommen Menschen dar, die als archetypische Bilder dienen sollen, und natürlich werden sie schließlich gezeigt, um die Person Jesus zu identifizieren (Janzen, 1994, 193). Waldemar Janzen ist der Ansicht, dass die Vorherrschaft des Gesetzes im Studium des Alten Testaments und insbesondere der alttestamentlichen Ethik viel zu sehr betont wurde.
Das Familienparadigma, schreibt Janzen, "stellt das umfassende Ende der gesamten alttestamentlichen Ethik dar" (Janzen, 1994, 3). Für Janzen ist das Familienparadigma ein Modell für richtiges Verhalten und ist nicht nur erzählerisch und anschaulich, sondern auch den Grundsätzen und sogar den Geboten des Alten Testaments vorausgegangen (Janzen, 1994, 1).
Für Janzen vermeidet dieser narrative Ansatz die Neigung zum Reduktionismus, die seiner Meinung nach aus den eher befehlsorientierten Ansätzen resultiert.