Bewertung:

Richard K. Reins Biografie von William H. Whyte bietet eine gründliche und fesselnde Erforschung von Whytes einflussreicher Arbeit in der Stadtplanung und Sozialbeobachtung, wobei sowohl seine persönlichen Erfahrungen als auch seine beruflichen Beiträge detailliert beschrieben werden. Das Buch beleuchtet Whytes Vermächtnis und die Relevanz seiner Ideen für die heutige Diskussion über öffentliche Räume und Stadtentwicklung.
Vorteile:Die gut recherchierte und schön gestaltete Biografie ist lebendig und gut lesbar. Sie bietet interessante Anekdoten über das Leben und die Karriere von Whyte und zeigt seinen bedeutenden Einfluss auf die Stadtplanung, insbesondere in New York City. Reins Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, macht das Buch zugänglich und verbindet akademische Substanz mit fesselnden Erzählungen. Das Buch dient als endgültige Darstellung von Whytes Beiträgen und wird als wichtige Ergänzung zur Geschichte der Stadtplanung angesehen.
Nachteile:In einigen Rezensionen wird bemängelt, dass sich das Buch manchmal wiederholen könnte. Darüber hinaus bietet es eine etwas eingeschränkte Perspektive auf Whytes persönliches Leben, insbesondere aufgrund des Fehlens von Beiträgen aus seiner Familie. Es gibt Kritik an der Komplexität von Whytes Vermächtnis im Kontext der aktuellen Stadtplanungsdynamik, und einige Ideen können als kontraintuitiv für moderne Planer angesehen werden.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
American Urbanist: How William H. Whyte's Unconventional Wisdom Reshaped Public Life
An einem ganz normalen Wochentag in den 1980er Jahren bot sich den Pendlern auf der viel befahrenen Route 1 im Zentrum von New Jersey ein beunruhigender Anblick: Ein Mann in Anzug und Krawatte raste über vier Fahrspuren und huschte dann durch eine schmale Unterführung, während die Autos nur Zentimeter an ihm vorbeirauschten. Der Mann war William „Holly“ Whyte, ein Pionier der menschengerechten Stadtgestaltung. Jahrzehnte vor dieser gefährlichen Reise zu einem Treffen in einem Vorort hatte er die Planer aufgefordert, über ihre Schreibtische und Zeichnungen hinauszuschauen: „Ihr müsst rausgehen und zu Fuß gehen“.
American Urbanist berichtet über das Leben und die Weisheit eines Mannes, dessen Einsatz viele der Orte, die wir heute kennen und lieben, neu gestaltet hat - von New Yorks belebtem Bryant Park bis hin zu geschützten Wäldern und Ackerflächen im ganzen Land. Hollys Erfahrungen als Geheimdienstoffizier des Zweiten Weltkriegs und als Leiter der das Genre definierenden Reporter des Fortune Magazine in den 1950er Jahren prägten seine messerscharfen Einschätzungen darüber, wie die Welt tatsächlich funktioniert - und nicht, wie man annahm, dass sie funktioniert. Sein Bestseller von 1956, The Organization Man, katapultierte die Gefahren von Gruppendenken und Konformität in das nationale Bewusstsein.
Im Laufe seiner fünf Jahrzehnte währenden Forschungs- und Schreibtätigkeit veränderte Holly mit seiner umfassenden Arbeit die Art und Weise, wie die Menschen über Karrieren und Unternehmen, Städte und Vororte, Stadtplanung, die Erhaltung von Freiflächen und vieles mehr denken. Er war Teil der aufstrebenden Umweltbewegung, trug dazu bei, den Wandel im Planungsamt von New York City voranzutreiben, sprach in zwei Filmen über das städtische Leben und schrieb außerdem sechs Bücher. Ganz gleich, um welches Thema es sich handelt, Holly plädierte dafür, dass die Entscheidungsträger Menschen und nicht nur Experten sein sollten.
"Wir brauchen die Art von Neugierde, die alles aus den Angeln hebt", sagte Holly einmal. Sein Leben ist eine Ermutigung, nachdenklich und mutig zu sein, Fragen zu stellen und Raum für unterschiedliche Standpunkte zu schaffen. Diese aufschlussreiche Biografie bietet einen seltenen Einblick in den Geist eines Bilderstürmers, dessen gesunde Skepsis gegenüber dem Status quo uns dabei helfen kann, die Orte zu schaffen, an denen wir heute leben wollen.