Amerikas schmerzhafte Vergangenheit kuratieren: Erinnerung, Museen und die nationale Vorstellungskraft

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Amerikas schmerzhafte Vergangenheit kuratieren: Erinnerung, Museen und die nationale Vorstellungskraft (Tim Gruenewald)

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Originaltitel:

Curating America's Painful Past: Memory, Museums, and the National Imagination

Inhalt des Buches:

Während der weltweiten Black-Lives-Matter-Proteste im Jahr 2020 forderten viele die Vereinigten Staaten auf, sich endlich ihrer schmerzhaften Vergangenheit zu stellen. Tim Gruenewalds neues Buch ist eine eingehende Untersuchung darüber, wie diese Vergangenheit derzeit in den nationalen Museen in Washington, DC, erinnert wird. Curating America's Painful Past zeigt auf, wie die tragische Vergangenheit entweder verharmlost oder in einer Weise dargestellt wird, die die herrschenden nationalen Ideologien nicht bedroht. Gruenewald analysiert das National Museum of American History (NMAH), das United States Holocaust Memorial Museum (USHMM), das National Museum of African American History and Culture (NMAAHC) und das National Museum of the American Indian (NMAI).

Das NMAH, das beliebteste Geschichtsmuseum des Landes, dient als Maßstab für die Vorstellung der amerikanischen Geschichte und Identität. Das USHMM wurde 1993 als offizielle Holocaust-Gedenkstätte der Vereinigten Staaten eröffnet und befindet sich neben der National Mall. Gruenewald legt überzeugend dar, dass das USHMM ein erfolgreiches Modell für die Darstellung schrecklicher und traumatischer Geschichten geschaffen hat. Curating America's Painful Past stellt diese beiden Museen einander gegenüber, um zu fragen, warum Amerikas schmerzhafte Erinnerungen in der Gedenklandschaft der National Mall weitgehend fehlen, und argumentiert, dass soziale Ungerechtigkeiten in der Gegenwart erst dann angegangen werden können, wenn die schmerzhafte Vergangenheit der Nation vollständig anerkannt und erinnert wird.

Erst mit der Eröffnung des NMAAHC im Jahr 2016 wurde eine detaillierte Darstellung der Gräueltaten an Afroamerikanern auf der National Mall veröffentlicht. Gruenewald konzentriert sich auf die narrative Struktur des Museums im Kontext des nationalen Diskurses, um eine kritische Lesart des Museums zu liefern. Als das NMAI 2004 eröffnet wurde, präsentierte es zum ersten Mal eine detaillierte Geschichte aus der Perspektive der amerikanischen Ureinwohner und versuchte, die konventionellen Museumsnarrative zu durchbrechen. Die Kritik führte jedoch zu traditionelleren Ausstellungen und einer nationalen Ausrichtung. Dennoch wird die Erinnerung an die zahlreichen indigenen Opfer der europäischen Kolonisierung und der US-Expansion in dem Museum nach wie vor marginalisiert. In einem abschließenden Kapitel stellt Gruenewald ein Gedankenexperiment vor, in dem er sich einen Erinnerungsort wie das kürzlich eröffnete National Memorial for Peace and Justice (Montgomery, Alabama) an der National Mall vorstellt, damit der Leser abschätzen kann, wie tiefgreifend sich Projekte des nationalen Gedächtnisses auf die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als eine Frage der gegenwärtigen Gerechtigkeit auswirken können.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780700632398
Autor:
Verlag:
Einband:Hardcover
Erscheinungsjahr:2021
Seitenzahl:288

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