
Analytical Criminology: Integrating Explanations of Crime and Deviant Behavior
Es gibt mehr als 20 Theorien zur Erklärung von Verbrechen. Jede Theorie hat Schwächen, und kein Wissenschaftler weiß, welche Theorie die beste ist. Um dieser unbefriedigenden Situation abzuhelfen, wird ein neues Forschungsprogramm zur vergleichenden Theorieprüfung vorgeschlagen. Die Theorien miteinander zu vergleichen, war bisher nicht erfolgreich. Die Alternative, die in diesem Buch vorgeschlagen wird, besteht darin, zu zeigen, wie kriminologische Theorien modifiziert werden müssen, wenn sie mit einer allgemeinen Verhaltenstheorie verglichen werden. Das Buch zeigt, unter welchen Bedingungen die wichtigsten kriminologischen Theorien gültige Erklärungen für Kriminalität liefern. Letztere werden so als Teil der allgemeinen Theorie integriert.
Bei der gewählten allgemeinen Theorie handelt es sich um eine Version der Theorie des rationalen Handelns. Dabei handelt es sich nicht um die in der Literatur diskutierte problematische Version, sondern sie gibt die realen Bedingungen der Entscheidungsfindung an und erklärt so, wann Menschen tatsächlich gegen das Gesetz verstoßen oder gesetzestreu bleiben.
Die allgemeine Theorie ist Bestandteil eines theoretischen Ansatzes, der individuelles Verhalten in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen (Makro-)Bedingungen erklärt. Dieser Mikro-Makro-Ansatz wird in einem vorgeschlagenen strukturell-kognitiven Modell zusammengefasst. Dieses ist Teil des neuen Programms der Analytischen Kriminologie. Es schlägt empirische Theorievergleiche, Prozesserklärungen und Mikro-Makro-Erklärungen vor.
Das Buch richtet sich nicht nur an Leser, die sich für Theorien über Kriminalität und abweichendes Verhalten interessieren. Es ist auch eine Abhandlung über "analytische" (d. h. rigorose) Theoriebildung und empirische Theorievergleiche.