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Andr Gorz: A Life
Die erste umfassende Biografie des linken Philosophen Andr Gorz aus dem zwanzigsten Jahrhundert.
Andr Gorz (1923-2007) gilt als einer der klarsten und innovativsten Kritiker des zeitgenössischen Kapitalismus und war dafür bekannt, dass er grundlegende Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Arbeit stellte. Diese erste Biographie einer einzigartigen Persönlichkeit, die an der Schnittstelle von Literatur, Philosophie und Journalismus agierte, lässt ein halbes Jahrhundert intellektuellen und politischen Lebens Revue passieren.
Geboren als Gerhart Hirsch in Wien, studierte er in der Schweiz, bevor er sich entschloss, in Frankreich zu leben und zu arbeiten. Als existenzialistischer Autodidakt überprüfte er ständig sein Weltbild und scheute sich nicht, dabei theoretisches Neuland zu betreten. Beeinflusst von Marx, Husserl, Sartre und Illich, stand er dem neuen linken Denken, das in den 1960er und 70er Jahren in Italien aufkam, sehr nahe. Er war auch einer der ersten Denker, die die politische Ökologie prägten und sich für ein Zurückdrängen des Wachstums einsetzten. Als Intellektueller in der Redaktion von Sartres Zeitschrift Les Temps Modernes war Gorz auch ein bekannter Journalist. Er schrieb unter dem Pseudonym Michel Bosquet für L'Express, bevor er gemeinsam mit anderen die Zeitschrift Le Nouvel Observateur gründete.
Auf Gorz' Lebensweg begegnen wir nicht nur Sartre und de Beauvoir, sondern auch Herbert Marcuse, Fidel Castro, Daniel Cohn-Bendit, Ivan Illich, Flix Guattari, Antonio Negri und vielen anderen. Über seine ergreifenden autobiografischen Erzählungen Der Verräter und Brief an D hinaus, die von seiner tiefen Menschlichkeit zeugen, bleibt Gorz ein wertvoller Wegweiser für alle, die glauben, dass eine andere Welt noch möglich ist.