Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 7 Stimmen.
Andrei Rublev
Andrej Tarkowskij (1932-1986) war einer der großen Dichter des Weltkinos.
Als unabhängiger Künstler schuf Tarkowski ergreifend schöne Filme, die sich als undurchschaubar erwiesen haben und heftig umstritten waren. Diese Qualitäten sind in Andrei Rublev (1966), Tarkovskys erstem voll ausgereiften Film, in Hülle und Fülle vorhanden.
Vorgeblich eine biografische Studie über Russlands berühmtesten mittelalterlichen Ikonenmaler, ist Andrej Rublew sowohl lyrisch als auch episch, streng naturalistisch und allegorisch, authentisch historisch und dringend aktuell. Obwohl vieles in Andrei Rublev rätselhaft bleibt, haben die Kritiker in letzter Zeit begonnen, ihn als bahnbrechenden Film neu zu bewerten, der bequeme Vorstellungen von Leben und Spiritualität untergräbt. Robert Birds facettenreiche Darstellung von Andrei Rublev erweitert diese Neubewertung von Tarkovskys radikaler Ästhetik, indem er den historischen Kontext des Films herstellt und eine grundlegend neue Lesart von Schlüsselszenen präsentiert.
Bird stellt endgültig die gequälte Textgeschichte des Films fest, die zu zwei sehr unterschiedlichen Fassungen geführt hat. Er setzt den Film in Beziehung zu Traditionen in der russischen Kunst- und Geistesgeschichte, aber schließlich konzentriert sich seine Analyse auf Andrei Rublev als visuelles und narratives Kunstwerk, das tiefgreifende existenzielle Fragen behandelt, indem es konventionelle Vorstellungen von Repräsentation und Vision herausfordert.