Bewertung:

Das Buch ist eine wunderschön produzierte, gebundene Sammlung von Andy Warhols frühen Werken, die sich insbesondere auf seine Zeichnungen aus den 1950er Jahren konzentriert. Während viele Rezensenten die Qualität und Detailgenauigkeit der Kunstwerke schätzen, gibt es Kritik an der Verpackung und dem Fehlen umfassender kontextueller Informationen.
Vorteile:⬤ Hochwertige Produktion und Gestaltung
⬤ wunderschön reproduzierte Zeichnungen
⬤ umfangreiches Archiv von Warhols Arbeit
⬤ großartig für Fans von Warhol
⬤ aufschlussreicher Begleittext.
⬤ Schlechte Verpackung für den Versand
⬤ minimaler Kontext und Beschriftung
⬤ Auffinden von Details ist aufgrund der kleinen Schrift umständlich
⬤ könnte für Gelegenheitsfans zu speziell sein.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Andy Warhol. Love, Sex, and Desire. Drawings 1950-1962
Berühmte Erstausgabe: Erste Auflage von 7.500 nummerierten Exemplaren.
Schon lange vor Andy Warhols Aufstieg an die Spitze der Pop Art schuf und stellte er verführerische Zeichnungen aus, die die männliche Schönheit feiern. Andy Warhol Liebe, Sex und Begehren: Drawings 1950-1962 zeigt über dreihundert Zeichnungen, hauptsächlich mit Tusche auf Papier, die junge Männer darstellen, viele von ihnen nackt, einige sexuell aufgeladen und gelegentlich mit skurrilen schwarzen Herzen und reizvollen Verzierungen geschmückt. Sie lümmeln oder räkeln sich, stolz oder auch gelangweilt von ihrer Schönheit, während der Künstler sie entrückt skizziert. Sie lassen sich nur selten auf den aufmerksamen Betrachter ein, und auch Warhols Fokus liegt auf ihrer Form, ihren erotischen Qualitäten und ihrer ungezügelten Sexualität. So wie seine Motive in ihrer Attraktivität schwelgen, so ist auch Warhol zufrieden. Seine selbstbewusste Hand illustriert eine Vielzahl von farbenfrohen Charakteren, verrät aber auch viel über diesen rätselhaften Künstler.
Warhol war bereits ein florierender kommerzieller Illustrator, als er 1956 Studien aus diesem Werk in der Bodley Gallery in der New Yorker Upper East Side ausstellte. Er sah diese Illustrationen fälschlicherweise als seinen Weg, in der New Yorker Kunstszene Fuß zu fassen, und unterschätzte dabei die allgegenwärtige Homophobie der damaligen Zeit. Zwar hat er seinen Plan, die Zeichnungen als Monografie zu veröffentlichen, nie verwirklicht, doch hat er mehr als tausend elegante, scheinbar mühelose Zeichnungen nach dem Leben geschaffen. Dieser Band bringt sein Projekt endlich zur Vollendung, indem er seine eindrucksvollsten Bilder versammelt, die hier zum ersten Mal in einem umfassenden Buch veröffentlicht und von der Andy Warhol Foundation for the Visual Arts ausgewählt wurden. Herausgegeben und mit einer Einführung von Michael Dayton Hermann von der Foundation sowie mit Essays des Warhol-Biografen Blake Gopnik und des Kunstkritikers Drew Zeiba. Die Einbeziehung von Gedichten von James Baldwin, Thom Gunn, Harold Norse, Essex Hemphill und Allen Ginsberg schafft Momente der Introspektion, die die Themen und Stimmungen in den Zeichnungen erweitern.
Stilistisch erinnern die Zeichnungen an die Skizzen von Jean Cocteau und sogar Matisse: stark destilliert und sicher in der Linienführung, aber dennoch locker. Der durchtriebene Voyeurismus ist jedoch ganz Warhols Sache, und selbst die gewagtesten Zeichnungen enthalten eine Art von skurrilem Humor - einen Sinn für ironische Distanz -, der zu Warhols Markenzeichen werden sollte. Seine selbstbewusste Hand illustriert eine Vielzahl farbenfroher Charaktere, verrät aber auch viel über diesen rätselhaften Künstler.