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Fear: Across the Disciplines
Dieser Band bietet eine interdisziplinäre Untersuchung der Angst, dieser widerspenstigsten unserer Emotionen, indem er einen umfassenden Überblick über die psychologischen, biologischen und philosophischen Grundlagen der Angst in historischen und zeitgenössischen Kontexten bietet. Die Autoren, führende Persönlichkeiten aus der klinischen Psychologie, den Neurowissenschaften, den Sozial- und Geisteswissenschaften, betrachten Kategorien wie Intentionalität, Zeitlichkeit, Vermischung, Spektakel und Politik bei der Bewertung von Angstkonzepten.
Die einzelnen Kapitel behandeln Erscheinungsformen der Angst in der Massenpanik des Börsenkrachs von 1929, als Spektakel in der Kriegsführung und in Horrorfilmen sowie als politisches Instrument zur Rechtfertigung von Sicherheitsmaßnahmen nach Terroranschlägen. Sie beschreiben auch die biologischen und evolutionären Wurzeln der Angst, Angst als angeborenes oder erlerntes Verhalten bei Mensch und Tier sowie Vorstellungen von menschlichen "Leidenschaften" und deren Selbstbeherrschung von der Spätantike bis zur frühen Neuzeit. Darüber hinaus untersuchen die Autoren Theorien über absichtliche und nicht absichtliche Reaktivität, den Prozess der Codierung des Angstgedächtnisses und den Schwerpunkt der zeitgenössischen Psychologie auf Angststörungen.
Insgesamt weisen die Autoren darauf hin, dass Angst ein dichtes und variables Netz von Reaktionen auf äußere und innere Reize ist. Unser Denken über diese Reaktionen ist ebenso komplex. Als Antwort darauf eröffnet dieser Band einen Dialog zwischen Wissenschaft und Geisteswissenschaften, um eine umfassendere Sicht auf eine Emotion zu ermöglichen, die das menschliche Verhalten seit jeher geprägt hat.