
Animaltown: Beasts in Medieval Urban Space
Der städtische Raum ist ein Ort, an dem Menschen und Tiere auf engstem Raum zusammenleben und dabei wechselnde Landschaften der Koexistenz, des Konflikts, der gegenseitigen Abhängigkeiten und der Ausbeutung schaffen. Die mittelalterlichen Tiere, die in den Artikeln von Animaltown: Beasts in Medieval Urban Space, erscheinen in Text und Bild sowie als archäologisches Fundmaterial in Form von Schlachtabfällen, Küchenabfällen, Schutt aus der Herstellung von Knochenobjekten und den Objekten selbst.
Diese Vielfalt an Quellen wirft ein Licht auf die Art und Weise, wie sich die Städte ernährten, schützten und ihre persönlichen Landschaften und Ansichten über sich selbst durch die Macht der Metapher und des Symbols unter Einbeziehung der sie umgebenden großen und kleinen Bestien schufen. Der rote Faden, der sich durch die Beiträge dieses Bandes zieht, ist das Spektrum der Faktoren, die die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Menschen und den sie umgebenden Tieren in den dicht bebauten und bewohnten Räumen der Städte und ihres Umlands beeinflussen. Tiere finden sich als urbane Symbole, dekorative Motive und Darstellungen.
Sie erscheinen als Schlüsselelemente in den Ernährungstraditionen und der Fleischverarbeitung, den Wirtschafts- und Handelsstrukturen, der Hygiene und den Krankheiten sowie den handwerklichen Tätigkeiten, die eine Vielzahl von Tierprodukten verwerteten. Tiere aller Art spielten im Leben der Menschen des Mittelalters viele verschiedene Rollen, von der höchsten bis zur niedrigsten Stufe der Gesellschaft.
Umgekehrt prägte der enge Kontakt mit dem Menschen in diesen Umgebungen auch das Leben und Verhalten von Wild- und Haustieren in vielerlei Hinsicht, sowohl offensichtlich als auch subtil. Der Band ist eine wertvolle Ergänzung der Bibliothek für alle, die sich für die Verbindung zwischen Stadttieren und Menschen im Mittelalter interessieren.