Bewertung:

Das Buch „Anna Edes“ von Kosztolányi ist eine komplexe Erzählung, die vor dem Hintergrund von Klassenkonflikten und gesellschaftlichen Umwälzungen in Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg angesiedelt ist. Sie erforscht das Leben einer bäuerlichen Magd und ihre Interaktionen mit ihren bürgerlichen Arbeitgebern, die von Themen wie Zurückhaltung, Begehren und Tragödie geprägt sind. Der Roman befasst sich mit den komplizierten Beziehungen zwischen Herr und Diener, und sein Höhepunkt wirft Fragen über die Motivation und die Entscheidungen der Charaktere auf und gibt dem Leser viel Stoff zum Nachdenken.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und ausgezeichnete Übersetzung
⬤ einfache, aber präzise Sprache
⬤ kraftvolle Erforschung des Klassenkonflikts
⬤ bietet einen psychologischen Einblick in die Charaktere
⬤ zum Nachdenken anregende Themen in Bezug auf Begehren, Kontrolle und gesellschaftliche Rollen
⬤ ruft Parallelen zu anderer klassischer Literatur hervor
⬤ fesselt den historischen Kontext.
⬤ Einige Leser finden den Höhepunkt und die Motivationen der Charaktere unbefriedigend
⬤ der allwissende Erzählstil kann für einige abschreckend sein
⬤ es fehlt an Spannung in kritischen Momenten, die zum Höhepunkt führen
⬤ nicht alle Aspekte der Handlung sind vollständig zufriedenstellend oder gelöst.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Anna Edes: Novel
Anna Édes ist ein düsterer und tief bewegender naturalistischer Roman, ein klassisches Werk der ungarischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Jahrhunderts.
Anna Édes, eine gekonnte Darstellung der Grausamkeit und Leere des bürgerlichen Lebens, wurde erstmals 1926 veröffentlicht und von der intellektuellen Kaffeehausgesellschaft, in der er zirkulierte, enthusiastisch aufgenommen. Der Roman wurde später von Autoren wie Thomas Mann als sprachliches und formales Vorbild gewürdigt und etablierte Dezso Kosztolanyi als einen der bedeutendsten Schriftsteller der osteuropäischen Belletristik. Anna ist die fleißige und leidgeprüfte Heldin, das unglückliche Dienstmädchen, das von seinen unbarmherzigen Arbeitgebern zerstört wird.
Ihre tragische Beziehung zu ihnen spielt sich vor dem Hintergrund der politischen Unruhen in Budapest nach dem Ersten Weltkrieg ab. Ihr Durchhaltevermögen und ihre Rache werden jedoch mit einem scharfen psychologischen und historischen Blick geschildert, so dass sie, in den Worten des Übersetzers, „nicht nur eine Auseinandersetzung mit den sozialen Verhältnissen ist, sondern zu einer echten Tragödie erhoben wird“.