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Annie Ernaux: An Introduction to the Writer and Her Audience
Die preisgekrönten Romane von Annie Ernaux sind kontrovers, innovativ und behandeln aktuelle Themen wie Geschlecht und soziale Klasse. Überraschenderweise gab es bisher keine größere Studie über ihr Werk, obwohl es zunehmend gelehrt wird und vielfach übersetzt wurde.
Das vorliegende Buch schließt diese Lücke, indem es Ernaux' Werk anhand verschiedener Lesarten vorstellt: derjenigen der Autorin selbst, derjenigen von Wissenschaftlern, von Rezensenten und von „normalen“ Lesern. Ernaux' eigene Neugier auf die Beziehung zwischen dem Schreiben und der Realität, die sie beschreibt, veranlasst sie zu einer selbstreflexiven Herangehensweise an die Erzählung ihrer Lebenserfahrung. Diese anregende Einführung in ihr Werk reflektiert sowohl über die Beziehung zwischen Schreiben und Identität im Allgemeinen als auch über den Prozess des Schreibens von Literaturkritik im Besonderen.
Im letzten Kapitel wird das unpersönliche Register des akademischen Schreibens durch einen persönlicheren Dialog mit den Texten von Ernaux erweitert. Daraus ergibt sich eine neue kritische Methode, die die vielfältigen Beziehungen zwischen Lesern und Texten erforscht.
Als erstes englischsprachiges Werk über Annie Ernaux geht dieses Buch weit über die traditionellen Analysen hinaus, um die grundlegende Frage des kritischen Schreibens anzugehen und eine neue Methodik für das Studium literarischer Texte vorzustellen. Es ist daher eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für französische Literatur, kritische Theorie, Gender- und Kulturstudien interessieren.