Anthropogene Flüsse: Die Produktion von Ungewissheit in der laotischen Wasserkraft

Anthropogene Flüsse: Die Produktion von Ungewissheit in der laotischen Wasserkraft (Jerome Whitington)

Originaltitel:

Anthropogenic Rivers: The Production of Uncertainty in Lao Hydropower

Inhalt des Buches:

In den 2000er Jahren wurde Laos als Modellland für die Wirksamkeit privatisierter, „nachhaltiger“ Wasserkraftprojekte als gangbare Option für die Entwicklung unter der Leitung der Weltbank gehandelt. Jerome Whitington betrachtet die Wasserkraft als einen Prozess, der ökologisch unsichere Umgebungen schafft, und zeigt auf, wie im Kontext eines privatisierten Staudammprojekts, das von transnationalen Aktivisten erfolgreich bekämpft wurde, neue Formen der betriebswirtschaftlichen Betreuung entstanden sind.

Auf der Grundlage ethnographischer Arbeiten innerhalb des Wasserkraftunternehmens sowie mit den vom Staudamm betroffenen Laoten untersucht er, wie Manager, Techniker und Berater mit ungewohnten Umweltverpflichtungen durch neue infrastrukturelle Konfigurationen, lokal verankerte ethische Praktiken und Formen des flexiblen Experimentierens umgehen, die von der amerikanischen Managementtheorie geprägt sind. Weit entfernt von der autoritären Expertise, die die Wasserkraft der klassischen Moderne kennzeichnete, ist die nachhaltige Entwicklung in Laos durch eine Verlagerung von der Risikopolitik der 1990er Jahre zu einer ontologischen Politik gekennzeichnet, in der die institutionellen Bedingungen für Infrastrukturinvestitionen durch einen ausgeklügelten „Aktivismus“ durchdringend untergraben werden. Whitington zeigt, wie spätindustrielle Umgebungen von der Unsicherheit durchdrungen sind, die den anthropogenen Ökologien selbst innewohnt.

Während der Begriff „anthropogen“ in der Regel die vom Menschen verursachten Umweltveränderungen beschreibt, kann er auch zeigen, wie neue Fähigkeiten des Menschseins entstehen, wenn Menschen in Ökologien leben, die von Unsicherheit durchdrungen sind. Indem es das umsetzt, was Foucault eine „historische Ontologie unserer selbst“ nannte, formuliert Anthropogene Flüsse eine neue materialistische Kritik an den schmutzigen Ökologien des Spätindustrialismus, indem es die opportunistische, ehrgeizige und spekulative Ontologie der kapitalistischen Naturen aufzeigt.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9781501730917
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2019
Seitenzahl:288

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