
Anthropology of Transformation: From Europe to Asia and Back
Diese Aufsatzsammlung ist das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen von Kollegen und Studenten des führenden Sozialanthropologen und Theoretikers des Post-Sozialismus, Professor Chris Hann. Anlässlich des dreißigsten Jahrestags des Falls der Berliner Mauer im Jahr 2019 reflektieren die Autoren über Chris Hanns lebenslange Feldforschung in diesem Fachgebiet, die so unterschiedliche Regionen wie Ostmitteleuropa, die Türkei und den chinesischen Nordwesten umfasst.
Der Fall der Berliner Mauer löste natürlich eine Fülle von Analysen und wissenschaftlichen Untersuchungen aus. Die soziokulturelle Anthropologie mit ihrem Schwerpunkt auf ethnografischen Studien und der allmählichen Entwicklung sozialer Beziehungen stand in scharfem Kontrast zu der Betonung des dramatischen Bruchs, den der Übergang von 1989 mit sich brachte.
In dieser Tradition bietet dieser Band durch die Analyse des gesellschaftlichen Wandels auf der Mikroebene von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart eine alternative Perspektive zu den neoliberalistischen Ansichten, die in der Forschung zur politischen und wirtschaftlichen Modernisierung häufig anzutreffen sind. Die hier vorgeschlagene nuanciertere Analyse sozialer Transformationen ist ein besonders nützliches Instrument bei der Untersuchung aktueller Themen wie der COVID-19-Pandemie, der Flüchtlings "krise" und dem Aufstieg des Rechtspopulismus in Osteuropa und anderswo.
Die Anthropologie der Transformation wird für Forscher in den Bereichen soziokulturelle Anthropologie, Religion und Wirtschaft von Interesse sein. Darüber hinaus wird das Buch durch die Erörterung von Themen, die weit über die akademische Welt hinaus diskutiert werden, wie Neoliberalismus und Wohlfahrtsstaat sowie populistische und ausgrenzende Politik, auch Leser ansprechen, die keine Fachleute sind.