
Anti-Communist Solidarity: Us-Brazilian Labor Relations During the Dictatorship in Cold-War Brazil (1964-1985)
Seit den 1960er Jahren nahmen viele einflussreiche Lateinamerikaner, wie z. B.
die Führer von Studentenbewegungen und Gewerkschaften sowie politische Autoritäten, an Austauschprogrammen mit den Vereinigten Staaten teil, um die amerikanische Lebensweise kennenzulernen. In Brasilien wurden während des internationalen Kontextes des Kalten Krieges, als Brasilien von einer Militärdiktatur mit wechselnden Generälen regiert wurde, Hunderte von Gewerkschaftsmitgliedern in die Vereinigten Staaten geschickt, um an gewerkschaftlichen Bildungskursen teilzunehmen. Kamen sie "amerikanisiert" zurück und konnten sie die amerikanische Gewerkschaftsbewegung in Brasilien einführen? Das ist die Frage, die dieses Buch zu beantworten versucht.
Es handelt sich um ein Thema, das in der Geschichte der lateinamerikanischen Arbeitswelt und der internationalen Beziehungen noch wenig erforscht ist: der Einfluss ausländischer Gewerkschaftsorganisationen auf die nationale Gewerkschaftspolitik und -bewegung. Trotz der Investitionen der USA in Werbung, Kurse, Filme und Reisen, die den brasilianischen Gewerkschaftsmitgliedern angeboten wurden, waren die meisten von ihnen nicht von den amerikanischen Ideen zur Organisation einer "authentischen" Gewerkschaftsbewegung überzeugt - oder zumindest nicht bereit, das in den USA Gelernte anzuwenden.