Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Apocalypse and Post-Politics: The Romance of the End
Mary Manjikians Apokalypse und Post-Politik: The Romance of the End vertritt die These, dass nur diejenigen, die sich am sichersten fühlen und deren Leben am wenigsten gefährdet ist, sich auf die Art von Erzählung einlassen können, die die Auslöschung der Zivilisation vorsieht. Apokalypse-Romane des zeitgenössischen Amerikas und des historischen Großbritanniens werden daher als kreativer Luxus der Entwicklung bejaht.
Manjikian untersucht eine Reihe solcher Romane mit dem Blick eines Theoretikers der internationalen Beziehungen und identifiziert Fehler in der Logik der amerikanischen Exzeptionalisten, die argumentieren, dass Amerika einzigartig mit Ressourcen und einem Platz in der Welt ausgestattet ist, die beide ein fortgesetztes Wachstum und eine Expansion gleichzeitig wünschenswert und unvermeidlich machen. Im Gegensatz dazu, so zeigt Manjikian, wird Amerika in apokalyptischen Erzählungen lediglich als eine Nation unter vielen betrachtet, deren Weg weder einzigartig noch zum Erfolg bestimmt ist. Apocalypse and Post-Politics argumentiert schließlich, dass die apokalyptische Erzählung sowohl einen Kontrapunkt als auch ein Korrektiv zur Erzählung des Exzeptionalismus darstellt.
Apokalyptische Konzepte bieten zeitgenössischen Amerikanern die Möglichkeit, das internationale System von unten zu betrachten: aus der Perspektive der Machtlosen und nicht der Mächtigen. Diese Art der Theoriebildung ist auch für Geheimdienstanalysten nützlich, die sich fragen, wie alles enden wird und ob Amerikas Niedergang vorhergesagt oder verhindert werden kann.