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Appetites and Anxieties: Food, Film, and the Politics of Representation
Das Kino ist ein Mosaik aus denkwürdigen Essensszenen. Detektive trinken allein. Gangster reden mit vollem Mund. Familien auf der ganzen Welt streiten sich beim Essen. Lebensmitteldokumentarfilme stellen populäre, konsumorientierte Vorstellungen in Frage. In Appetites and Anxieties: Food, Film, and the Politics of Representation verwenden die Autoren Cynthia Baron, Diane Carson und Mark Bernard ein Foodways-Paradigma aus den Bereichen der Folklore und Kulturanthropologie, um die kulturelle und materielle Politik des Films zu beleuchten. Indem sie untersuchen, wie Filme die Beschaffung, die Zubereitung, die Präsentation, den Verzehr, das Aufräumen und die Entsorgung von Lebensmitteln darstellen und wie nicht, rücken die Autoren die Freuden, Gefahren und Auswirkungen des Konsums in den Mittelpunkt.
In neun Kapiteln befassen sich Baron, Carson und Bernard mit Lebensmitteln in Spiel- und Dokumentarfilmen - sowohl des amerikanischen als auch des internationalen Kinos. Das erste Kapitel untersucht die Filmpraxis aus der Perspektive der Ernährungsgewohnheiten und liefert eine Grundlage für die folgenden Fallstudien. In Kapitel 2 wird ein politökonomischer Ansatz verfolgt, indem die Lebensmittelindustrie und die Politik der Filmindustrie untersucht werden, die die Darstellung von Lebensmitteln im Film bestimmen. In Kapitel 3 erforschen die Autoren Essen und Essensinteraktionen als Mittel zur Schaffung von Gemeinschaft in Bagdad Caf, während sie in Kapitel 4 einen genauen Blick auf 301/302 werfen, in dem Essen als Mittel der Gesellschaftskritik eingesetzt wird. Kapitel 5 konzentriert sich auf Kannibalenfilme und zeigt, wie das Foodways-Paradigma die Implikationen von Filmen freilegt, die eines der größten Nahrungstabus der Gesellschaft dramatisieren. In Kapitel 6 zeigen die Autoren, wie die durch das Foodways-Paradigma gewonnenen Erkenntnisse die Genre- und Autorenforschung bereichern können. Kapitel 7 befasst sich mit Dokumentarfilmen über Lebensmittel und Wasserressourcen, während Kapitel 8 Dokumentarfilme über Lebensmittel untersucht, die durch die Ritzen der Filmzensur schlüpfen, indem sie ohne MPAA-Einstufung in die Kinos kommen. In Kapitel 9 schließlich untersuchen die Autoren Filme aus verschiedenen nationalen Kinos, um die Überschneidung von Lebensmitteln, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit zu untersuchen.
Vier Anhänge bieten Einblicke eines Food-Stylisten, eine ausgewählte Filmografie von Spielfilmen und eine Filmografie von Dokumentarfilmen, in denen Foodways eine Rolle spielen, sowie eine Liste ausgewählter Werke der Lebensmittel- und Kulturwissenschaften. Filmwissenschaftler und Ernährungswissenschaftler werden von der anregenden Analyse in Appetites and Anxieties begeistert sein.