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Architecture of Defeat
Kengo Kuma, einer der führenden Architekten Japans, hat die meiste Zeit seiner Karriere berufliche Praxis und akademische Arbeit miteinander verbunden. Er hat nicht nur viele international anerkannte Gebäude in der ganzen Welt geschaffen, sondern auch zahlreiche Schriften über die Geschichte und Theorie der Architektur verfasst. Wie sein Werk, so spiegeln auch seine Schriften seine tiefe persönliche Philosophie wider.
Architecture of Defeat ist da keine Ausnahme. Das Buch, das nun erstmals in englischer Sprache vorliegt, untersucht Ereignisse und architektonische Trends des 20. und 21. Jahrhunderts in Japan und darüber hinaus. Es versammelt eine Sammlung von Essays, die Kuma nach Katastrophen wie der Zerstörung des World Trade Centers in New York City am 11. September und dem Erdbeben und Tsunami, die 2011 innerhalb weniger Minuten einen Großteil der bebauten Landschaft an Japans Nordküste auslöschten, geschrieben hat. Mit der Frage, ob wir zu selbstbewusst oder arrogant gebaut haben, untersucht er die intrinsische - und oft problematische - Beziehung der Architektur zu den mächtigen Kräften der zeitgenössischen Politik, Wirtschaft, des Konsums und der Technologie sowie ihre lebenswichtigen Verbindungen zur Gesellschaft.
Trotz des Titels ist Architecture of Defeat ein optimistisches und hoffnungsvolles Buch. Kuma sieht nicht den Untergang der Architektur voraus, sondern eine andere Art, Architektur zu konzipieren: geleitet und geformt von mehr Bescheidenheit und mit mehr Respekt für die Kräfte unserer natürlichen Welt.
Dieses wunderschön gestaltete und illustrierte Buch bietet einen faszinierenden Einblick in die Denkweise eines der einflussreichsten Architekten der Welt.