Bewertung:

Kwinters Buch wird für seine außergewöhnliche Analyse der Architektur, seinen einzigartigen Ansatz und seinen fesselnden Schreibstil hoch gelobt. Es verbindet verschiedene Konzepte auf innovative Weise, was es zu einer wertvollen Lektüre sowohl für Akademiker als auch für Nicht-Akademiker macht. Es fehlt jedoch die Diskussion bestimmter einflussreicher Theorien, was manche überraschen mag.
Vorteile:Außergewöhnliche Analyse, einzigartiger eklektischer Ansatz, fesselnder Schreibstil, Beherrschung von Konzepten, verbindet verschiedene Bereiche (Architektur, Quantenmechanik, Relativitätstheorie, Kafka), empfohlen für akademische und nicht-akademische Leser.
Nachteile:Geht nicht auf Lefevbres Theorien zu Raum/Zeit und Rhythmusanalyse ein, was einige Leser als bedeutendes Versäumnis empfinden könnten.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Architectures of Time: Toward a Theory of the Event in Modernist Culture
Eine Erkundung der Zeitvorstellungen des zwanzigsten Jahrhunderts und ihrer Beziehung zur künstlerischen Form.
In Architectures of Time bietet Sanford Kwinter einen kritischen Leitfaden für die moderne Geschichte der Zeit und für das Zusammenspiel zwischen den Naturwissenschaften und den Künsten. Jahrhunderts bis zum Aufkommen der Thermodynamik und der statistischen Mechanik zurückverfolgt, erklärt Kwinter, wie der Niedergang des Konzepts der absoluten Zeit und der klassischen Vorstellung vom Raum als festem Hintergrund, vor dem sich Dinge ereignen, zur Feldtheorie und einer Physik des „Ereignisses“ führte. Er schlägt vor, dass die geschlossene, kontrollierte und mechanische Welt der Physik der annähernden, aktiven und qualitativen Welt der Biologie als Modell sowohl für wissenschaftliche als auch für metaphysische Erklärungen weicht.
Kwinter untersucht die Zeit- und Raumtheorie in Einsteins Relativitätstheorien und zeigt, wie sich diese Ideen in den Schriften des Bildhauers Umberto Boccioni, den städtebaulichen Entwürfen des futuristischen Architekten Antonio Sant'Elia, der Philosophie von Henri Bergson und den Schriften von Franz Kafka widerspiegeln. Er argumentiert, dass die Schriften von Boccioni und die visionäre Architektur von Sant'Elia die frühesten und tiefgreifendsten Verwendungen der Konzepte von Feld und Ereignis darstellen. Bei der Erörterung von Kafkas Werk wendet er sich vom thermodynamischen Modell zugunsten des eng verwandten Modells der Bergson'schen duree bzw. Virtualität ab. Er argumentiert, dass sich in Kafkas Werk eine kohärente Kosmologie manifestiert, die nur im Zusammenhang mit dem ständigen zeitlichen Fluss, der ihr zugrunde liegt, verstanden werden kann.