
Atenco Lives!: Filmmaking and Popular Struggle in Mexico
Die Volksfront zur Verteidigung des Landes von Atenco (Frente) ist eine symbolträchtige Kraft in der zeitgenössischen mexikanischen Politik und in antikapitalistischen, anti-neoliberalen Aktivistennetzwerken auf der ganzen Welt.
Die Frente ist vor allem für ihren jahrelangen Widerstand gegen das Eindringen eines staatlichen Flughafenprojekts in kommunales Ackerland bekannt. Internationale Schlagzeilen machte die Frente auch, als ihre Mitglieder 2006 bei einem brutalen Vorgehen der Regierung staatlicher Gewalt, Vergewaltigung und Einschüchterung ausgesetzt waren.
Ein Aspekt der Bemühungen der Frente und ihrer Verbündeten war die Erstellung von Dokumentarfilmen. Die Widersprüche und Schwierigkeiten dieses moralischen und politischen Projekts zeigen sich in den täglichen Erfahrungen von lokalen, nationalen und internationalen Filmemachern und Filmverleihern, die versuchen, an der sozialen Bewegung teilzunehmen. Stone hebt hervor, wie wichtig es ist, dass die Verbreitung der physischen Videos und nicht nur deren Inhalt die soziale Bewegung fördert.
Im weiteren Sinne zeigt sie, wie die Videofilmer ihren Aktivismus ausüben und sich dabei im Spannungsfeld zwischen neoliberaler Persönlichkeit oder Ego und einem Ethos des Compa erismo bewegen, das die Gemeinschaft privilegiert. Auf der Grundlage der gelebten Erfahrungen der Aktivisten von Atenco und der mit ihnen verbündeten Filmemacher dokumentiert Atenco Lives die Herstellung und Verbreitung von Filmen als eine ethische und politische Praxis, die gezielt eingesetzt wird, um menschliche Beziehungen zu verändern.