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On the Lips of Others: Moteuczoma's Fame in Aztec Monuments and Rituals
Moteuczoma, der letzte König, der das Aztekenreich regierte, wurde von seinen Untertanen nur selten gesehen oder gehört, doch seine Anwesenheit war in der gesamten Hauptstadt Tenochtitlan zu spüren, wo seine Taten in Hieroglypheninschriften auf Denkmälern festgehalten wurden und seine Befehlsgewalt in höchst raffinierten rituellen Aufführungen zum Ausdruck kam. Was bedeutete der „Ruhm“ von Moteuczoma in der aztekischen Welt? Wie wurde er geschaffen und aufrechterhalten? In dieser innovativen Studie untersucht Patrick Hajovsky den geschriebenen und gesprochenen Namen des Königs und zeigt, wie er seine Aura von der seiner Anhängerschaft unterschied, insbesondere von anderen aztekischen Adligen, Kriegern und Kaufleuten, die ebenfalls um ihre eigene Größe und ihren Ruhm wetteiferten.
Während Tenochtitlan unter Moteuczoma seine größte Größe und Komplexität erreichte, schuf der „Große Redner“ neuen Ruhm, indem er seinen Namen mit dem aztekischen Königsamt verband. Da Moteuczomas Ruhm über die aztekische visuelle und mündliche Kultur hinausgeht, führt Hajovsky eine Vielzahl von Belegen zusammen, darunter Nahuatl-Sprache und -Gedichte, indigene Bildmanuskripte und schriftliche Überlieferungen sowie archäologische und skulpturale Artefakte. Die kaleidoskopische Zusammenstellung der Quellen zeigt Moteuczoma als einen göttlichen König, der zwar den Ruhm früherer Herrscher erbte, sein eigenes Ansehen aber mit der imperialen Politik, ideologischen Erzählungen und ewigen Göttern verflochten sah.
Hajovsky reflektiert auch die posthumen Erzählungen über Moteuczoma, die einen ganz anderen Sinn für seinen Ruhm als erobertes Subjekt schufen. Diese gegensätzlichen Aspekte des Ruhmes bieten wichtige neue Einblicke in die Politik der Persönlichkeit und des Porträts in aztekischen und kolonialzeitlichen Quellen.