
In the Footsteps of Dante: Crossroads of European Humanism
Dante, der Pilger, ist das Bild eines Autors, der hartnäckig in die Zukunft blickt und das "große Jenseits" (Manguel) sucht und baut. In seine Fußstapfen zu treten, bedeutet also nicht, in die Vergangenheit zurückzukehren und rebours zu gehen, sondern sich für die Zukunft zu engagieren, um das Potenzial der Menschheit zur "Transhumanisierung" zu erkunden.
Diese Dynamik der Selbsttranszendenz in Dantes Humanismus (Ossola), der für die europäische Zivilisation eine Berufung zum Universalismus (Ferroni) beansprucht, wird in diesem Band an drei entscheidenden Punkten analysiert: Erstens die Etablierung einer emanzipatorischen Beziehung zwischen Autor und Leser (Ascoli), in der Autorschaft Autorität und nicht Macht ist.
Zweitens die Konzeption des Sehens als Lernprozess und Horizont der eschatologischen Überwindung (Mendona)
Schließlich die Beziehung zur Vergangenheit, die niemals rein monumental, sondern ethisch und intertextuell dynamisch ist, in einer originellen Neuschreibung der ursprünglichen biblischen, mittelalterlichen und klassischen Kultur (Nasti, Bolzoni, Bartolomei).
Eine zweite Gruppe von Beiträgen ist der Rekonstruktion von Dantes Präsenz in der portugiesischen Literatur gewidmet (Almeida, Esprito Santo, Figueiredo, Marnoto, Vaz de Carvalho): Sie belegen die innovative Wirkung von Dantes Werk auch in literarischen Traditionen, die ihm ferner stehen.