
In Pursuit of German Memory: History, Television, and Politics After Auschwitz
Die kollektive Erinnerung an den Nationalsozialismus, die sich im Nachkriegsdeutschland entwickelt hat, hat dazu beigetragen, ein neues Paradigma der Erinnerungspolitik zu definieren. Von Europa bis Südafrika und von Lateinamerika bis zum Irak haben sich Wissenschaftler mit dem deutschen Fall befasst, um zu lernen, wie man die innere Spaltung überwinden und internationale Anerkennung zurückgewinnen kann.
In Pursuit of German Memory: Geschichte, Fernsehen und Politik nach Auschwitz" untersucht drei Arenen der deutschen Erinnerungspolitik - die professionelle Geschichtsschreibung, die nationale Politik und das öffentlich-rechtliche Fernsehen -, die in den letzten sechzig Jahren eine Schlüsselrolle bei der Neuerfindung der NS-Vergangenheit gespielt haben. Wulf Kansteiner zeigt, dass die von Historikern, Politikern und Fernsehproduzenten vorgeschlagenen Interpretationen der Vergangenheit politische und generationsbedingte Spaltungen und eine außerordentliche Sorge um das Bild Deutschlands im Ausland widerspiegeln. Zugleich hat jeder dieser Erinnerungsorte seine eigene Dynamik und seine eigenen Formate der Geschichtsreflexion entwickelt.
Kansteiners Analyse der deutschen Szene offenbart eine komplexe soziale Geographie des kollektiven Gedächtnisses. In Pursuit of German Memory unterstreicht die Tatsache, dass die deutschen Erinnerungen an den Nationalsozialismus, wie viele andere kollektive Erinnerungen auch, zwei scheinbar widersprüchliche Eigenschaften vereinen: Sie sind hochgradig mediatisiert und Teil eines globalen Austauschs von Bildern und Geschichtsfragmenten, können aber gleichzeitig nur lokal, in eng umgrenzten Kommunikationsnetzwerken, reproduziert werden.