
A Search for Clarity: Science and Philosophy in Lacan's Oeuvre
In A Search for Clarity (Die Suche nach Klarheit) vertritt Jean-Claude Milner die These, dass Jacques Lacans Schriften zwar notorisch undurchsichtig sind, sein Werk jedoch völlig klar ist. In einer Diskussion, die den Unterschied zwischen den esoterischen und exoterischen Werken von Platon und Aristoteles berücksichtigt, argumentiert Milner, dass Lacans Werk allein in seinen veröffentlichten Schriften zu finden ist, nicht in seinen transkribierten Seminaren, und dass diese veröffentlichten Schriften seine offizielle Doktrin enthalten. Somit ist Lacans Werk bereits vollständig, auch wenn viele seiner Seminare unveröffentlicht bleiben.
Nach Milner ist Lacans Grundgedanke, dass das Thema, an dem die Psychoanalyse arbeitet, das Thema der Wissenschaft ist. Milner schlägt vor, dass dies eine Ergänzung zu den Darstellungen der modernen Wissenschaft von Alexandre Koyr und Alexandre Koj ve ist, für die die Mathematisierung und der Bruch mit der antiken Episteme entscheidend waren.
A Search for Clarity ist die definitive Aussage darüber, wie Lacan die Beziehung zwischen Psychoanalyse und Wissenschaft sah und wie sich Lacans Denken entwickelte, als er darum rang, die Konsequenzen der von ihm aufgestellten Gleichung zwischen Psychoanalyse und Wissenschaft zu ziehen. Milners Werk über Lacan gehört seit Jahrzehnten zur Pflichtlektüre in französischer Sprache. Diese englische Übersetzung macht sein aufschlussreiches Werk einem breiteren Publikum zugänglich.