
The Rise and Fall of the National Atlas in the Twentieth Century: Power, State and Territory
Die Veröffentlichung des Nationalatlas von Finnland im Jahr 1899 markiert den Beginn der Ära des modernen Nationalatlasses. Es ist eine Periode, die genau mit dem zwanzigsten Jahrhundert zusammenfällt. Der moderne Nationalatlas spiegelt und verkörpert einige der wichtigsten Themen dieses turbulenten Jahrhunderts, darunter die komplexen Verbindungen zwischen Nation, Staat und Territorium, den Aufstieg der staatlich geförderten Wissenschaft, das Wachstum der Nationalstaaten und die Geografie der Biopolitik.
Zwischen 1900 und 2000 haben mehr als siebzig Länder einen Nationalatlas herausgegeben, eine offizielle oder quasi-offizielle Darstellung des Nationalstaates in Karten und begleitendem Text. Eine nützliche Arbeitsdefinition eines Nationalatlasses ist „ein allgemein umfassender, offiziell sanktionierter Atlas eines einzelnen Landes“. Dieses Buch untersucht die Gründe und Merkmale dieser staatlich geförderten kartografischen Explosion. Die sich wandelnde Form des Nationalatlasses bietet ein interessantes Fenster zu den Verbindungen zwischen Wissenschaft, Staat, Territorium und Macht.
Das Ausgangsmaterial für diese Studie ist eine genaue Lektüre von siebenunddreißig dieser Nationalatlanten aus Ländern in aller Welt. Sie repräsentieren ein breites Spektrum von Ländern, von reich bis arm, von progressiv bis regressiv, von kapitalistisch bis kommunistisch. Insgesamt bieten diese Atlanten eine Reihe unterschiedlicher staatlicher Regelungen und nationaler Erfahrungen.