Bewertung:

Das Buch „Growing Up in a Culture of Respect“ von Inge Bolin bietet eine aufschlussreiche Untersuchung der Kindererziehungspraktiken in einem abgelegenen Andendorf, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie die kulturellen Werte des Respekts die Erziehung und das Engagement der Kinder in der Gemeinschaft beeinflussen. In den Rezensionen werden der fesselnde Schreibstil der Autorin und die Tiefe der präsentierten Informationen hervorgehoben, obwohl einige Leser die romantisierende Darstellung der andinen Kultur kritisieren und auf Mängel des Buches hinsichtlich neuerer wissenschaftlicher Perspektiven hinweisen.
Vorteile:⬤ Sehr informativ und fesselnd
⬤ bietet eine einzigartige Perspektive auf die andine Kindererziehung und Gemeinschaftsdynamik
⬤ gut geschrieben und für ein breites Publikum zugänglich
⬤ fördert das kulturelle Verständnis und die Reflexion über gesellschaftliche Werte
⬤ gelobt für die Bereitstellung detaillierter Einblicke in eine besondere Lebensweise.
⬤ Kritisiert für eine romantisierende und möglicherweise voreingenommene Darstellung der andinen Kultur, die neuere Entwicklungen und akademische Kritiken außer Acht lässt
⬤ einige Exemplare hatten Berichten zufolge Druckprobleme
⬤ repräsentieren möglicherweise nicht vollständig die Komplexität der andinen Gesellschaft nach der Kolonisierung.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Growing Up in a Culture of Respect: Child Rearing in Highland Peru
In der Hirtengemeinde Chillihuani in den peruanischen Hochanden wachsen Kinder auf, die sich gut anpassen, kreativ und neugierig sind. Sie zeigen überdurchschnittliche soziale und kognitive Fähigkeiten und bewahren eine Haltung des Respekts gegenüber allem Leben, während sie ohne Probleme von der Kindheit ins Erwachsenenalter übergehen.
Noch bemerkenswerter wird dieser Erfolg in der Kindererziehung dadurch, dass "Kindheit" nicht als eine bestimmte Lebensphase anerkannt wird. Stattdessen übernehmen die Kinder schon früh Rechte und Pflichten eines Erwachsenen, um der Gemeinschaft zu helfen, in einer rauen natürlichen Umgebung und völliger materieller Armut zu überleben. Diese wunderschön geschriebene Ethnografie ist die erste umfassende Darstellung der Kindererziehungspraktiken in den peruanischen Hochanden.
Inge Bolin zeichnet das Leben der Kinder von der Geburt bis zum Erwachsenenalter nach und stößt dabei auf wirklich erstaunliche Strategien der Kindererziehung sowie auf beeindruckende Lebensweisen, die es Teenagern ermöglichen, die Jugendphase ihres Lebens zu genießen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen ihrer Familien und der Gemeinschaft zu leisten. In ihren Ausführungen zeigt Bolin, dass traditionelle Respektspraktiken, deren Wurzeln bis in die präkolumbianische Zeit zurückreichen, den Kindern der Hochanden ermöglichen, zu würdigen, widerstandsfähigen und fürsorglichen Erwachsenen heranzureifen.