
Automatic: Literary Modernism and the Politics of Reflex
Jahrhunderts brachte bekanntlich neue persönliche und politische Freiheiten mit sich, darunter radikale Veränderungen des Wahlrechts und der Ausdrucksformen von Geschlecht und Sexualität. Doch Schriftsteller und Kulturkritiker teilten das Gefühl, dass das moderne Leben die Bürger zu Automaten machte, die nur auf die reflexivste Weise mit der Welt interagieren konnten. In Automatic geht Timothy Wientzen der Frage nach, warum die Modernisten zutiefst besorgt über die Rolle reflexiver Verhaltensweisen - und die Anfälligkeit von Körpern für physische Reize - in den neuen politischen Strukturen des 20. Jahrhunderts waren.
Indem er sich mit dem historischen Denken über menschliche Verhaltensweisen auseinandersetzt, das die Art der politischen und literarischen Praxis grundlegend verändert hat, zeigt Wientzen, wie eine "Politik des Reflexes" das intellektuelle und kulturelle Leben der Moderne prägte. Er dokumentiert, wie Schriftsteller der Moderne und ihre Zeitgenossen eine politische Sphäre, die von konditionierten Reflexen beherrscht wurde, kartographierten, nutzbar machten und in sie eingriffen. Wientzen liest Autoren wie D. H. Lawrence, Rebecca West, Wyndham Lewis und Samuel Beckett im Gespräch mit Bereichen wie Public Relations, Physiologie, Soziologie und Vitalismus. Letzten Endes rechtfertigt er eine Abrechnung mit einigen der dauerhaftesten Anliegen der modernistischen Studien.
Automatic unterstreicht außerdem die Rolle von Politik und Wissenschaft in den ästhetischen Projekten der Schriftsteller der Moderne. In einer Zeit, in der die politische Entmündigung und die Massenmedien neue Formen der Freiheit, des Handelns und der Wahlmöglichkeiten versprachen, argumentiert Wientzen, dass die Moderne von der Besorgnis über die Einziehung der Freiheit durch die konditionierende Kraft des Alltagslebens heimgesucht wurde. Die Analyse eines solchen Denkens anhand eines vernachlässigten Archivs über Verkörperung und Reflexe zeigt, dass die Modernisten auf die historisch neuartigen Bedingungen des politischen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert reagierten - Bedingungen, die sich in der Politik unseres eigenen Jahrhunderts verfestigt haben.