
Avicenna's Al-Shifā': Oriental Philosophy
Dieses Buch befasst sich mit der Philosophie von Ibn Sina - Avicenna, wie er im lateinischen Westen genannt wurde -, einem persischen Muslim, der im elften Jahrhundert lebte und als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Philosophie gilt.
Obwohl schon viel über Avicenna und insbesondere über sein philosophisches Hauptwerk Al-Shifa geschrieben wurde, stellt dieses Buch den Rationalisten Avicenna in einem völlig neuen Licht dar und zeigt, dass er eine Theorie vorgelegt hat, nach der unsere Ansprüche auf Wissen über die Welt genau das sind, nämlich Ansprüche, und daher durch unseren Glauben an Gott untermauert werden müssen. Sein Projekt stützt sich sowohl auf psychologische als auch auf sprachliche und logische Argumente. In gewisser Weise lässt sich die von ihm gesetzte Obergrenze für die Reichweite der Vernunft mit späteren Rationalisten in der westlichen Tradition von Descartes bis Kant vergleichen - obwohl er es im Gegensatz zu Descartes nicht für nötig hält, seine Erkenntnistheorie durch einen Beweis der Existenz Gottes zu rekonstruieren. Vielmehr stellt Avicennas Theorie das Konzept Gottes als notwendigerweise von unserer Erkenntnistheorie vorausgesetzt dar, und Gott als das notwendige Wesen, das von einer existierenden Welt vorausgesetzt wird, in der nichts von sich aus so ist, wie es von Natur aus ist, und daher aufgrund einer äußeren Ursache so sein muss, wie es ist. Die detaillierte und originelle Analyse von Avicennas Werk wird hier als das dargestellt, was er als seine eigene oder "orientalische" Philosophie betrachtete.
Dieses Buch bietet eine innovative Interpretation von Avicennas Denken und wird sich an Wissenschaftler wenden, die sich mit klassischer islamischer Philosophie, kalām und der Geschichte der Logik beschäftigen.