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Balzac's Love Letters: Correspondence and the Literary Imagination
In dieser höchst originellen Studie wertet Ewa Szypula den faszinierenden Briefwechsel zwischen dem französischen Romancier und seiner literarischen Geliebten, der polnischen Gräfin Evelina Hanska, neu aus. Während Kritiker diese Korrespondenz in erster Linie als Quellenmaterial für biografische und kritische Studien verwendet haben, werden die Briefe in diesem Band als eigenständiger literarischer Text betrachtet. Zwischen Realität und Fiktion schwankend, schuf Balzac in seinen Briefen im Wesentlichen seine ideale Korrespondentin und schrieb Madame Hanska verschiedene Eigenschaften zu, die sie nicht unbedingt besaß.
In einer Reihe von Lesungen untersucht Szypula die Ursprünge dieser Korrespondenz und analysiert ihre Anklänge und Umarbeitungen von Balzacs früheren Beziehungen; er zeigt, wie die Briefe Balzac helfen, seine literarischen Fähigkeiten zu verfeinern, und ihm die Möglichkeit bieten, sich durch das Spielen verschiedener Rollen neu zu erfinden; und er schlägt die Briefe an Evelina als Prisma vor, durch das Balzacs spätere Erzählungen kontextualisiert werden können.
Balzacs Liebesbriefe bringen Korrespondenz und Fiktion zusammen, um entscheidende neue Einblicke in seine literarische Vorstellungskraft zu gewähren und gleichzeitig eine idealisierte Romanze zu dokumentieren, die als sein letzter großer Roman angesehen werden könnte.