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Volume 6: Reformation, Resistance, and Reason of State (1517-1625)
Der Zeitraum 1517-1625 war für die Entwicklung des politischen Denkens von entscheidender Bedeutung. In dieser Zeit der expandierenden Reiche, der religiösen Umwälzungen und des sozialen Wandels wurden neue Ideen über die Organisation und den Zweck menschlicher Gemeinschaften diskutiert. Insbesondere ging es darum, die politische oder zivile Gemeinschaft als eine begrenzte, geografisch begrenzte Gemeinschaft mit eigenen Strukturen, Merkmalen und einer eigenen Geschichte zu verstehen. Im Gefolge der Reformation rückte auch die zivile oder politische Autorität im Unterschied zur kirchlichen oder religiösen Autorität zunehmend in den Mittelpunkt. Das Konzept der Souveränität begann sich neben einer neuen Sprache der Staatsräson durchzusetzen - als Reaktion darauf gewannen religiös begründete politische Theorien an Zugkraft, insbesondere Argumente für das göttliche Recht der Könige.
In diesem Band zeigt Sarah Mortimer auf, wie inmitten dieser Entwicklungen die Sprache des Naturrechts als Mittel zur Legitimierung politischer Macht immer wichtiger wurde und Spielraum für religiöse Toleranz eröffnete. Auf der Grundlage eines breiten Spektrums von Quellen aus Europa und darüber hinaus bietet Sarah Mortimer eine neue Lesart des frühmodernen politischen Denkens. Sie stellt Verbindungen zwischen dem christlichen Europa und den muslimischen Gesellschaften im Süden und Osten her und zeigt, inwieweit die Sorgen um die Legitimität der politischen Macht geteilt wurden. Mortimer zeigt, dass die Geschichte des politischen Denkens sowohl von der breiteren Geistesgeschichte profitieren als auch innerhalb dieser unverwechselbar bleiben kann.
Die Bücher der Reihe The Oxford History of Political Thought bieten einen maßgeblichen Überblick über das politische Denken einer bestimmten Epoche. Sie fassen wichtige Entwicklungen in der Wissenschaft zusammen und erweitern sie, indem sie kanonische Denker behandeln und sie in den Kontext breiterer Traditionen, Bewegungen und Debatten stellen. Die Geschichte des politischen Denkens hat sich in den letzten dreißig bis vierzig Jahren gewandelt. Historiker kehren immer noch zu den konstanten Meilensteinen von Schriftstellern wie Platon, Machiavelli, Hobbes, Rousseau und Marx zurück.
Aber sie haben sich weiter umgesehen und dadurch oft ein neues Licht auf diese Autoren geworfen. Sie erkennen zunehmend die Bedeutung von Archivrecherchen, einer Vielzahl von Quellen, der Kontextualisierung und der historiografischen Debatte. Ein Großteil der daraus resultierenden Forschung ist in Fachzeitschriften und Monographien erschienen. The Oxford History of Political Thought macht ihre tiefgreifenden Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich.
Herausgeber der Reihe: Mark Bevir, Professor für Politikwissenschaft und Direktor des Zentrums für Britische Studien an der University of California, Berkeley.