
Limited Force and the Fight for the Just War Tradition
Eine der umstrittensten Entwicklungen in den internationalen Beziehungen der Gegenwart ist der verstärkte Einsatz begrenzter Gewalt. Einerseits kann die Abkehr vom mechanisierten Gemetzel groß angelegter Kriege und die Hinwendung zu einer gezielteren Anwendung von Gewalt als ein Schritt in die richtige Richtung begrüßt werden, da sie mehr Zwang bedeutet.
Auf der anderen Seite kann der begrenzte Einsatz von Gewalt, da er besser eingeteilt und damit eingrenzbar erscheint, die Staaten dazu ermutigen, häufiger zu den Waffen zu greifen. Wie können wir also diese Verlagerung hin zur Anwendung von Gewalt in kleinem Maßstab moralisch verstehen? Wann sind diese Operationen moralisch vertretbar? Begrenzte Gewalt und der Kampf um die Tradition des gerechten Krieges bietet einen moralischen Kompass für Theoretiker des gerechten Krieges und erweitert die begrenzte Wissenschaft über das jus ad vim (die gerechte Anwendung begrenzter Gewalt).
Auf der Grundlage eines historischen Ansatzes zum gerechten Krieg und von Fallstudien liefert dieses Buch praktische Argumente zu der Frage, wie die Praxis des gezielten Tötens und der strafenden Luftangriffe geregelt werden sollte, um moralisch vertretbar zu sein. Ausgehend von einer historischen Lektüre des Denkens über den gerechten Krieg von Thomas von Aquin zeigt Braun, wie das klassische Denken über den gerechten Krieg uns nicht nur dabei hilft, uns mit den moralischen Fragen begrenzter Gewalt auseinanderzusetzen, sondern auch einen wichtigen Beitrag in dritter Linie zu einem Forschungsgebiet leisten kann, das in einen metaphorischen Kampf über die Tradition des gerechten Krieges verwickelt war.