
Disabled Bodies in Early Modern Spanish Literature: Prostitutes, Aging Women and Saints
Behinderte Körper in der spanischen Literatur der frühen Neuzeit: Prostituierte, alternde Frauen und Heilige untersucht die Konzepte und die Rolle der Frau in ausgewählten spanischen Diskursen und literarischen Texten des späten 15. bis 17. Jahrhunderts aus der Perspektive feministischer Behinderungstheorien.
Die Studie untersucht ein breites Spektrum spanischer medizinischer, regulatorischer und moralischer Diskurse und zeigt auf, wie solche Texte ein Amalgam westlicher traditioneller Konzepte weiblicher Verkörperung übernehmen, reproduzieren und propagieren. Anschließend werden konkrete Darstellungen abweichender weiblicher Charaktere untersucht, wobei der Schwerpunkt auf den Figuren syphilitischer Prostituierter und körperlich verwahrloster alter Frauen in literarischen Texten wie Celestina, Lozana andaluza und ausgewählten Werken von Cervantes und Quevedo liegt. Schließlich ergänzt eine Analyse des persönlichen Zeugnisses von Teresa de Avila, einer an neurologischen Störungen leidenden Nonne, die Diskussion über die Behinderung von Frauen in der frühen Neuzeit. Durch die Erweiterung der Bedeutungen zeitgenössischer Theorien über Materialität und die soziale Konstruktion von Behinderung kommt das Buch zu dem Schluss, dass paradoxerweise Weiblichkeit, körperliche Gebrechen und geistige Instabilität die neuen literarischen Helden gerade zu der Zeit charakterisierten, als Spanien sich auf dem Höhepunkt seiner imperialen Macht befand. Letztlich, so zeigt diese Studie, ist die gebrochene Frau.
Die Körper der vorindustriellen spanischen Literatur offenbaren die Risse in den Grundfesten der Macht und der etablierten Wahrheiten.